11.11.18

Raffelspitze (2.324 m)


Die Raffelspitze in der nördlichen Karwendelkette, ersterstiegen von H. Schwaiger und Gefährten im Jahr 1890, ist ein einsames Bergziel, ist sie doch selbst im Alpenvereinsführer als "wenig bedeutender Gipfel östlich [sic!] des Bärnalpls" beschrieben. Nichtsdestotrotz oder genau deshalb ist eine Überschreitung des westlich des Bäralpls, genau auf der Bayerisch-Tiroler Grenze liegenden Gipfels über den Südostgrat mit Abstieg ins Hochkar absolut lohnend. Stellen sich dann Mitte November noch beste, spätsommerliche Wetterbedingungen ein, ist die perfekte Zeit gekommen, dem wenig besuchten Gipfel einen Besuch abzustatten.


04.11.18

Balzer Berg (921 m)



An einem der Familie gewidmeten Wochenende im wunderschönen Westallgäu unternehme ich vor der mittaglichen Kalorienzufuhr schnell einen Spaziergang von Berbruggen (Stiefenhofen) auf den vor der Haustür liegenden, waldigen Hügel, den Balzerberg. Der einfache Spaziergang hat mir aufgrund der tollen Blicke zum Säntis und der Nagelfluhkette gut gefallen. 

14.10.18

Bäralplkopf (2.325 m)


Heute geht es mit Freddy zu einer stressfreien Herbstwanderung ins Karwendel. Wir haben uns den Bäralplkopf über dem Bäralplsattel in der nördlichen Karwendelkette ausgeschaut, von dem man einen tollen Blick auf die Hauptkette im Süden und über die Bayerischen Voralpen bis ins Flachland hat.

06.10.18

Bunter Herbsttag im Jägerkar


Nach meinem Mißgeschick im Jägerkar vor einem knappen Monat möchte ich heute an einem zumindest für Vormittag schön angekündigten Herbsttag meine an der Unglücksstelle verlorene Sonnenbrille und Kette einsammeln bevor sie unter Schnee bis nächstes Jahr begraben liegen ...

09.09.18

Schwarzer Tag an der Jägerkarlspitze



Die Jägerlkarlspitze liegt etwas vergessen zwischen höheren und häufiger besuchten Nachbargipfeln der Praxmarerkarspitzen im Osten und den Jägerkarspitzen im Westen in der Gleiersch-Halltalkette. Nach Süden entsendet sie einen durch eine plattige Schlucht geteilten Grat, der in lohnenswerter Krxlei an den Gipfelaufbau leitet. Hier geht es im (traditionellen) unteren vierten Grad über ein ca. 15 hohes Wandl äußerst ausgesetzt auf den leichten Gipfelgrat hoch. Dieses Wandl entpuppt sich ohne Seil als ein zu riskantes Hindernis, so dass wir kurz unter dem Gipfel umdrehen und die Jägerkarlspitze stattdessen auf dem Normalweg aus dem Jägerkar besteigen. Beim Abstieg unterläuft mir dann an der letzten Stufe im unteren Kar ein folgenschwerer Fehler, durch den ich die Festigkeit des Gerölls im Kar und in der Folge das Klinikum in GAP näher kennenlernen darf.

08.08.18

Breitgrieskarspitze "Blassengrat" via Hinterkar



Die Breitgrieskarspitze entsendet, wie ihre östlichen Anrainer, einen ausgeprägten, langgezogenen Grat nach Süden (Blassengrat), der mit einem breiten Rücken ins Hinterautal abfällt. Diese Grate lassen sich unter moderaten Schwierigkeiten hoch über den Mondlandschaften der drunter liegenden Kare sehr lohnenswert begehen, wobei der weglose Zustieg über die breiten, latschenbewachsenen Rücken meist eine gewisse Leidensbereitschaft voraussetzt. Heute sollte es mir durch eine spontane Planänderung gelingen, die Zustiegsquälerei komplett zu umkrxln und den Blassengrat ohne Latschenkontakt zu begehen.

06.08.18

Westliche Hochgrubachspitze "Südostkante" (11 SL, 3+)


Bei unserer Tour an der Rigelekante fiel mir nebendran mehrfach die klassische Südostkante auf die Westliche Hochgrubachspitze ins Auge - insbesondere kam mir die Kante für den Schwierigkeitsgrad teils recht steil und luftig vor. Da der Fels an der Rigelekante durchweg sehr gut ist und schöne Kletterei bietet, gehe ich für die direkt nebenliegende SO-Kante von ähnlicher Beschaffenheit aus und die Unternehmung ist somit für eine baldige Begehung vorgemerkt. Heute konnte ich mich an einem Traumtagerl von der Richtigkeit meiner Annahmen überzeugen.

05.08.18

Kistenkarumrahmung

Nordgrat der Hohen Kiste hinter dem Gipfelkreuz der Archtalwand
Nach der Erkundung des wunderschönen Archtalgrats zu Beginn des Wanderjahres kehre ich heute an das nördliche Ende des Estergebirges zurück, um das Kistenkar über Minecker-, Nordgrat der Hohen Kiste und Archtalgrat zu umrahmen. Die Unternehmung überzeugt dabei vollkommen mit herrlichen landschaftlichen Eindrücken und friedlicher Einsamkeit (mit Ausnahme rund um die Hohe Kiste), lediglich der Nordgrat der Hohen Kiste entpuppt sich mit einigen Latschenabschnitten als ein wenig anstrengender.

24.07.18

Westliche Marienbergspitze "Weg der weißen Schlange" (ca. 25 SL, 4-)


"Ein ansehnlicher Nebengrat, an dem sich auch im neu begonnen Jahrtausend Felswildnis genießen lässt. Die Route gewinnt ihren Reiz weniger aus einzelnen Kletterstellen als vielmehr aus der landschaftlichen Originalität einer festen weißen Felsschicht, die aus den benachbarten dunkleren Steinschichten herauspräpariert wurde zu einer vorgezeichneten Linie hinauf zum obersten Teil des Westsüdwestgrates. Nur etwas für Romantiker, die wirklich ursprüngliches Gebirge mögen und die Poesie der geologischen Strukturen genießen können."


-- Erstbegeher Richard Goedeke im Kletterführer Bayerische Alpen, Nordtirol (Rother Bergverlag, 2. Auflage 2009)

08.07.18

Scheffauer - Norwandliebe (14 SL, 5-)


Nach dem Reinfall der vergangenen Woche wollte ich heute gerne eine stressfreie Tour in gutem Fels machen. Dazu hatten Sebastian und ich uns die "Nordwandliebe" in der Nordwand des Scheffauer ausgesucht - direkt neben dem bereits letztes Jahr unter die Sohlen genommenen und für gut befundenen "Has-Hofer Trail". Die Route erfüllte die Erwartungen in vollem Maß, lediglich das Wetter spielte entgegen der Vorhersage nicht ganz mit, so dass wir in den letzten zwei Seillängen von starkem Regen eingeholt wurden.

30.06.18

Östliche Hochgrubachspitze - Rigelekante (Abbruch)


Nach dreiwöchiger Bergpause aufgrund von diversen Verpflichtungen ging es heute voller Vorfreude mit Andrea in den Kaiser, um im mir bis dato unbekannten östlichen Teil die Route "Wie a Klassiker" zu klettern. Nach der achten Seillänge gibt es dann die Wahlmöglichkeit zwischen weiteren acht Seillängen in der "Wie a Klassiker" oder der Rigelekante auf die östliche Hochgrubachspitze. Leider war heute allerdings von Anfang an der Wurm drin und es lief nicht wie geplant ...
 

10.06.18

Stimmungsvolle Gratwanderung vom Tuxeck zum Scheffauer

Sonneck, Kleinkaiserl, Treffauer und Tuxeck
Die Gipfel des westlichen Kaiser laßen sich auf wunderschönen Graten mit übersichtlichen Schwierigkeiten absolut lohnenswert erwandern. Die Überschreitung führt mich über den Südostgrat auf das Tuxeck und weiter zum nahen höchsten Punkt der Wanderung, dem Treffauer. Weglos über dessen Nordgrat runter in die Treffauer Lucke, wo sich der direkte Übergang zum Kleinkaiserl beeindruckend aufbaut, und ins obere Schneekar bevor es in der Kleinkaiserl Südwestflanke in tollem, einfachem Kraxlgelände wieder hoch geht zum Beginn des Sonneck Ostgrats. Hier erwartet mich in gespenstischer Stimmung am wolkenverhangenen Grat traumhafte, teils luftige Kraxlei. Ab dem Sonneck überschreitet man in wunderbarem Gehgelände gewürzt mit einzelnen Kraxlstellen Kopfkraxe und Hackenköpfe genußvoll bis zum letzten Gipfel des Tages, dem Scheffauer.

05.06.18

Guffert Westgrat



Nach einem bergfreien langen Wochenende und eher mauer Vorhersage für die kommenden Tage und das folgende Wochenende, nutze ich heute vor der Arbeit spontan ein kleines Zeitfenster für die schöne Runde über den Westgrat auf den Guffert. Bei meinem ersten Versuch in 2015 zahlte ich hier auf der Suche nach dem Einstieg nach einer zu kurzen Nacht mit zuviel Bier Lehrgeld in Form einer verlorenen Sonnenbrille und einer guten Stunde Ganzkörperfitnessquälerei inklusive Peeling in den durch die sengende Sonne aufgeheizten Latschen. Seitdem bin ich die lohnenswerte Runde jedes Jahr gegangen, so dass es mittlerweile bei der Wegfindung keine Probleme mehr gibt. Langweilig wird mir dabei nicht, denn man kann die Krxlroute am Grat immer etwas variieren ...

28.05.18

Kreuzwandspitze "Luftige Kante" (6 SL, 5-)


Hoch über Mittenwald liegt zu Füßen der nördlichsten Karwendelkette das Dammkar zwischen beeindruckenden Felswänden eingebettet. Hier gibt es viele lohnenswerte Krxlmöglichkeiten in größtenteils - nicht dem Stereotyp vom brüchigen Gebirge entsprechendem - festem Karwendelfels. Grund genug also den relativ langen Zustieg über den landschaftlich schönen Ochsenbodensteig auf sich zu nehmen und dem Gebiet um die Dammkarhütte mal einen Besuch abzustatten.

21.05.18

Schneekarumrahmung auf den Südgraten von Hoher Warte und Vorderer Brandjochspitze


Hoch über Innsbruck am Fuß der Karwendel Nordkette liegt in geringer Entfernung vom touristischen Trubel der Seilbahn in wunderschöner, einsamer Landschaft das Schneekar eingebettet zwischen den Südgraten von Hoher Warte und Vorderer Brandjochspitze. Im Norden ziehen steile Rinnen vom Verbindungsgrat zwischen Hoher Warte und Hinterer Brandjochspitze hinunter ins Kar, welches sich auf diesen drei Graten lohnend umrahmen läßt.


07.05.18

Probstenwand Ostgrat und Hennenkopf


Über dem hinteren Längental thront in grauem Kontrast zu den saftig grünen, sanften Weidelandschaften der wunderschönen Hochfläche die Probstenwand mit ihrer imposanten Nordostwand. Schon aus der Ferne fesselt diese den Blick des Betrachters und rückt auch den die Wand auf der linken Seite begrenzenden, steilen Ostgrat mit seinen wild anmutenden Türmen und Zacken in die Aufmerksamkeit des Betrachters. Der Grat wurde 1925 von den Kameraden Allwein und v. Siemens erstbegangen. Aufgrund des teils brüchigen Geläufs in der Schwierigkeit eines klassischen Dreiers und die "nur für Schlanke" (H. Zebhauser (1974) "Kletterführer Bayerische Voralpen", 5. Aufl.) passierbare Querung durch einen Spalt im Grat direkt unter dem Gipfel scheinen mögliche Gründe für die an einer Hand zählbare Anzahl der jährlichen Begehungen und somit bis heute niedrige Bekannt- und Beliebtheit zu sein. Ein Blick ins Wandbuch bestätigt, dass sich hier vor allem ein kleiner Kreis von Einheimischen vergnügt - obwohl der Grat über weite Strecken wirklich schöne Krxlei in überragender Landschaft bietet!

01.05.18

Martinswand "Aprilscherz" (4 SL, 5+) und "Flotter Dreier" (5 SL, 5+)



Heute ging es mit Andrea nochmal ins wetterbegünstigte Inntal zur Martinswand, um ein Paar weitere Vorbaurouten zu klettern. Da das Wetter heute passte und die Skitourensaison langsam am ausklingen ist, war es voller als die letzten Male. Zum Glück waren wir auf keine Route festgelegt, denn es gab nur eine einzige Möglichkeit ohne Wartezeit einsteigen zu können ...  


22.04.18

Einsame Überschreitung des Pendling


Bei der Fahrt zur Martinswand vor einigen Wochen, hatten wir im Stau die Möglichkeit die schroffe Ost- und Südflanke des Pendling ausgiebig zu begutachten. Ob da wohl ein Weg hochführt? Die Sache wäre schnell vergessen gewesen, wenn es nicht vor wenigen Tagen eine Veröffentlichung zu genau einer solchen An- und Abstiegsroute auf den Kufsteiner Hausberg gegeben hätte. Die schönen Bilder und ausführliche Beschreibung hatten mich gespannt auf die Runde gemacht, die ich dank des Berichts in einem spontanen Zeitfenster stressfrei ohne große Vorbereitung nachlaufen konnte.

15.04.18

Unterer Spitzhüttenkopf "Plattenfieber" (3 SL, 6) und "Flugverbot" (3 SL, 7)



Wie schon im letzten Jahr ging es heuer - sobald ein schneefreies Durchkommen mit den Rädern bis zur zweiten Wildfütterung im Hinterautal wahrscheinlich erscheint - mit dem Joseph zum plattenschleichen an die tolle Plattenflucht "Im Verbrennten" am Unteren Spitzhüttenkopf. Obwohl das Wetter entgegen der Vorhersage heute ziemlich durchwachsen war (teils stark windig mit einem leichten Schauer), genoßen wir gegenüber den tief winterlichen Nordwände der Gleirsch-Halltalkette einen schönen Frühlingskrxltag in einmaliger Landschaft. Leider habe ich mein Handy im Auto liegen lassen, so dass es dieses Mal kaum Bilder gibt.

08.04.18

Zundereck und Zunderkopf

Vom südlichen Ende Eschenlohes zieht ein zunächst sanfter Rücken, der sich später zu einem schönen Grat verengt, in südlicher Richtung zum Archtalkopf und dem Hochplateau des Estergebirges hinauf. Er begrenzt das Archtal und das Kistenkar westlich und fällt nach Westen steil zum Pfrühlmoos ab.  Heute erkundete ich einen Teil des Archtalgrats, was sich als eine landschaftlich wunderschöne und wirklich empfehlenswerte Unternehmung herausstellte.

04.04.18

Jochberg Nordostgrat


Heute nutzte ich das warme Wetter vor der nächsten Kaltfront für eine kleine "Vorderarbeittour" mal wieder über den NO-Grat auf den Jochberg. Aufgrund der geringen Höhe ist diese Tour schon gut möglich, nur die letzten ca. 150 hm durch den lichten Wald bis zur Gipfelwiese gestalten sich im durchfeuchteten, teils recht tiefen Schnee etwas anstrengender. Ansonsten traf ich heute gute Bedingungen und nur einen weiteren Wanderer am föhnumtosten Gipfel an.

30.03.18

Martinswand "Rucola" (7 SL, 5+/6-)


Nachdem es letzten Sonntag mit der "Rucola" nicht geklappt hatte, wollten Andrea und ich am Karfreitag einen neuen Versuch starten. Leider war wir nicht die Einzigen, die zu Beginn des Osterwochenendes von München Richtung Süden unterwegs waren. So kamen wir nach Stau später als geplant an der Martinswand an, zu unserem Vorteil jedoch genau als ein eigentlich nicht vorhergesagter Schauer ausklang. Der Regen hatte wohl alle anderen Anwärter abgeschreckt, denn nach dem kurzen Zustieg waren wir neben einigen Gämsen mutterseelenallein am Einstieg zur Rucola. Die Route sah von unten besonders in den unteren Längen recht naß aus und die tiefhängende Bewölkung im Inntal lud nicht wirklich zum Einstieg ein. Trotzdem wagten wir unser Glück und stiegen der schnell Oberhand gewinnenden Sonne entgegen. Belohnt wurden wir mit einer abwechslungsreichen, erstklassigen Plaisirkletterei in tollem Fels!  


25.03.18

Martinswand "Kaiser Max Spätlese" (7 SL, 6+)


Endlich! geht es wieder los. Schon am Samstag steigt bei frühlingshaften Temperaturen in München die Vorfreude darauf, nach einem halben Jahr bald wieder Fels in die Hände nehmen zu dürfen. Als Ziel haben Patrick und ich uns schnell auf die sonnenverwöhnte Martinswand bei Innsbruck geeinigt. Eigentlich wollten wir die "Rucola" klettern, doch genau in dieser Route war uns eine Seilschaft um ein paar Minuten zuvor gekommen. Da die Vorbaurouten an der Martinswand alle zwischendurch auch über schuttiges Schrofengelände führen, ist Steinschlag immer ein Thema. So machte es kein Sinn in die "Rucola" einzusteigen und wir nehmen uns die ca. 50 m rechts daneben liegende, etwas schwierigere "Kaiser Max Spätlese" vor.