Einmal für gut befunden, immer gut: Die letzte Bergtour des Jahres 2025 ist die wohlbekannte Blaubergüberschreitung bei kalten, frühwinterlichen Bedingungen.
"Kennst di aus, woaßt was i moan, a Berg is nix anders wia a mordstrumm Stoan, aber obn auf'n Gipfel des sag i allemal, is viel schener wie drunten im Tal"
Einmal für gut befunden, immer gut: Die letzte Bergtour des Jahres 2025 ist die wohlbekannte Blaubergüberschreitung bei kalten, frühwinterlichen Bedingungen.
Da aktuell keine Schulferien sind und die Seilbahn in Revision, erhoffe ich mir am letzten Schönwettertag eine stille Runde vom Herzogstand über den Paradegrat zum Heimgarten. Schon bei der Anfahrt über den Kesselbergpass weisen die bis auf den letzten Platz gefüllten Parkplätze meine Hoffnung in das Reich der Phantasie. Nur der deutlich spätere Aufbruch von der Arbeit sorgt dafür, dass ich am Grat meine Ruhe habe – dafür werde ich den gesamten Abstieg ab dem Heimgarten in der Dunkelheit zurücklegen – ein Spiel aus Licht und Schatten, begleitet von Blasmusik, die vom See herüberweht und im stockfinsteren Wald eine seltsam skurrile Szenerie erzeugt. Dank des niedrigen Batteriestands meiner nur beiläufig eingepackten Stirnlampe entsteht fast ein „Reise-nach-Jerusalem“-Gefühl. Zum Glück endet weder die Musik noch der Batteriefüllstand vor meiner Rückkehr zum Ausgangspunkt. So schließt sich die Runde bei spätsommerlich warmer Luft mit dem Gefühl, in den wohl vertrauten Bergen abermals ein einmaliges Abenteuer erlebt haben zu dürfen – eine Unternehmung, die noch lange nachhallt.
Die Überschreitung vom Bäralplkopf über die Schlichtenkarspitzen bis zur Vogelkarspitze stellt eine anspruchsvolle und landschaftlich eindrucksvolle Gratwanderung im Karwendelgebirge dar. Diese Tour erfordert nicht nur eine gute Kondition, sondern auch ausgeprägte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, insbesondere auf den weglosen und teils ausgesetzten Passagen zwischen den Gipfeln. Die Route führt über unmarkierte Steige und weglose schrofige Abschnitte, die alpine Erfahrung voraussetzen.
Die (dokumentierte) historische Erstbegehung dieser Gipfel geht auf den renommierten Alpinisten Hermann von Barth zurück. Am 4. Juli 1870 bestieg er sowohl die Östliche Karwendelspitze als auch die benachbarte Vogelkarspitze, wobei er die Gratverbindung bis zur Hinteren Schlichtenkarspitze (2.477 m) ebenfalls beging ("eine halbe Stunde nach Verlassen des Vogelkarspitzes stand ich auf dem breiten, ziemlich stark begrünten, mit einer Steinpyramide versehenen Gipfel des Schlichtenkarspitzes").
Gerade im Herbst entfaltet diese Bergtour ihre besondere Schönheit: Die Lärchenwälder färben sich goldgelb, und die klare Luft ermöglicht weite Blicke über die herbstlich gefärbten Täler bis zu den schneebedeckten Zentralalpen. Zwischen den schroffen Kalkwänden der Karwendelberge und den warmen Farben der Täler entsteht ein beeindruckendes Spiel aus Licht und Kontrast, das eine einzigartige Atmosphäre erzeugt, die die Wanderung zu einem wunderschönen Naturerlebnis macht.
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Stefan, aus seinem Bericht zur Tour auf hikr.org
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Nach zwei Wochen Dauerregen stellt sich endlich das lang ersehnte Hochdruckwetter ein. Zeit, aufgeschobene Pläne in die Tat umzusetzen! Zeit für die erste Mehrseillängentour mit Kindheitsfreund Basti. Ausgesucht habe ich einen leichten, aber attraktiven Klassiker im östlichen Kaiser, den Nordgrat der Hinteren Goinger Halt, den ich noch nicht kenne und zu dem man, vorteilhaft für einen Beginner, über eine einfache, großzügig eingebohrte Tour, die Ellmauer Tor Tour, zum Kennenlernen der Abläufe und Warmwerden durch die Steinerne Rinne zusteigen kann. Die Wahl entpuppt sich als runde Sache und beschert uns einen ausgefüllten Bergtag - genau was wir nach der verregneten Zwangspause brauchen.
Lang ist es her, dass Joseph und ich zum ersten Mal die Nordostwand des Herzogstands begingen - damals noch ohne die Bohrhaken der Route "Zum Herzog". Da heute ab Mittag unbeständiges Wetter angekündigt ist, nutzen wir die Gelegenheit, für eine schöne Halbtagestour ohne lange Anfahrt an den Ort einer unserer ersten gemeinsamen Touren zurückzukehren.
Nachdem das Wetter größere Pläne für den Vatertag vereitelte, verschlechtert sich die Prognose vor dem freien Tag derart, dass nicht nur Mitstreiter abspringen, sondern eine lohnende Unternehmung schwierig auszumachen ist. Andererseits verändert das regnerische Wetter mit seinen Wolkenspielen und Stimmungen die Perspektive auf altbekannte Umgebung und verschafft neue Eindrücke. So wähle ich die wohlbekannte Blaubergüberschreitung als Ziel für den geschenkten Tag unter der Woche.