29.01.23

Heimgarten (1.791 m) - Herzogstand (1.731 m): Gut besuchter Voralpenklassiker bei traumhaften Winterbedingungen

 

Für Sonntag kündigt sich ein stabiles Traumtagerl an, das mit einer adequaten Tour begangen werden möchte. Schnell fällt die einfallslose Wahl auf den Voralpenklassiker der Gratüberschreitung vom Heimgarten zum Herzogstand. Diese Tour wird trotz des Schneefalls seit dem letzten Bergbesuch gut machbar sein und erfreut sich des Klassikerstatus nunmal nicht zu unrecht: Eine kurze Anfahrt von München und traumhafte Ausblicke in die benachbarten Gebirgsgruppen sind trotz des einhergehenden Andrangs Garanten für einen gelungenen Bergtag mit wundervollen landschaftlichen Eindrücken. Bei einem An- und Abstieg von/nach Norden ist man die meiste Zeit sogar recht ungestört unterwegs und kommt in den Genuß von stapfender Spurarbeit, die zu einer Winterwanderung dazugehört.

15.01.23

Archtalgrat

Eigentlich hatte ich mich auf einen länger geplanten Besuch der Pleisenhütte in größerer Gruppe und eine Besteigung der Pleisenspitze an diesem Wochenende gefreut. Der ergiebige Neuschnee unter der Woche und der damit einhergehende Anstieg der Lawinengefahr lassen mir den Plan wenig sinnvoll erscheinen, weshalb ich den Hüttenbesuch absage und kurzfristig eine Ersatztour in geringerer Höhe plane. Mit Severin ist schnell ein Mitstreiter gefunden, der trotz bescheidener Wetteraussicht, Lust auf eine konditionsfördernde Eingehtour hat. Als Ziel wählen wir den Archtalgrat über Eschenlohe aus, der trotz Neuschnee gut begehbar sein sollte.

01.01.23

Frühlingshafte Blaubergüberschreitung am Neujahrstag 2023

Zunächst wünsche ich allen Lesern meines Blogs ein gesundes und erlebnisreiches Jahr 2023!

Nachdem ich mir im August 2022 im Familienurlaub meinen Meniskus gerissen hatte und im September operiert werden musste (Naht mit Teilresektion), war mein Bergjahr 2022 verfrüht beendet. Umso mehr freue ich mich nach der Zwangspause auf die Rückkehr in die Berge und eine erste (Test-) Tour nach der OP, die nach Monaten des Aufbautrainings einen ersten Aufschluss über den Zustand der Muskulatur und der geschwundenen Kondition liefert. Dafür suche ich mir eine wunderschöne, einsame Tour aus, die ich vor genau einem Jahr schon gegangen war und die aufgrund der frühlingshaften Verhältnisse am Neujahrstag 2023 gut machbar sein sollte: die Überschreitung der Blauberge in den Voralpen bei Wildbad Kreuth.

24.07.22

Maning- (2.892 m) und Acherkogel (3.007 m) via Nordost- und Nordgrat (IV)

 

Die warmen und stabilen Sommertage laden zu Unternehmungen in höheren Lagen ein. Eine solche ist die klassische Urgesteinskletterei in den Stubaier Alpen über den Nordostgrat auf den Maningkogel, der in der Folge überschritten wird, und der Weiterweg über den Nordgrat auf den Acherkogel, nördlichster 3.000er der Alpen. Die schöne Tour startet von Kühtai am Längentalspeichersee, was eine beträchtliche Anfahrt von München mit sich bringt und der Grund ist, warum die Tour bis dato unbegangen auf meiner Liste verweilte. Umso mehr freue ich mich über eine spontane Anfrage von Moritz, der der perfekte Partner für die Tour ist, da er sie bereits dreimal solo gegangen ist und von ihr in hohen Tönen schwärmt. Wir einigen uns dieses Mal auf die Mitnahme eines kurzen Seils, da Moritz die plattige Schlüsselstelle bei seinen Solobegehungen bisher leicht seitlich umging und wir uns diese gesichert entspannt zu Gemüt führen möchten.

16.07.22

Hohe Munde (2.662 m) via Grieslehnrinne (V-/V)

Die doppelgipfelige Hohe Munde (Mundekopf 2.592 m und Westgipfel 2.662 m) bildet den östlichen Eckpunkt der Mieminger Kette. Aufgrund ihrer Höhe und freien Lage zwischen Wetterstein und Inntal bietet insbesondere ihr Westgipfel umfassende Fernblicke in alle Himmelsrichtungen. Der Westgipfel lässt sich durch eine teils tief in die mächtige Südwand eingeschnittene und von den Kräften des Wassers und Schnees fantastisch geformte Rinne, die Grieslehnrinne, erreichen. Der so durch die Naturgewalten zu griffarmem, aber überaus kompaktem, festem Fels geschliffene Rinnengrund steht im Kontrast zum Mieminger-Kette-typischen bröselig, brüchigen Fels nur wenige Meter außerhalb der Rinne, die somit bei konsequenter Begehung einen lohnenden Anstieg in absoluter Einsamkeit einer aufgrund ihrer Dimensionen Ehrfurcht erregenden Wandflucht bietet. 

Obwohl diese Route südseitg ausgerichtet ist, eignet sie sich meiner Meinung nach für eine Begehung im Sommer, da man in der tief eingeschnittenen Rinne am Vormittag vor der Sonne geschützt ist und erst beim Ausstieg aus der Rinne auf über 2.000 m, wo die Temperaturen nicht so drückend sind wie im Tal, in direkter Einstrahlung aufsteigt. Wenn dann noch ein erfrischender Wind weht wie heute, sind die Bedingungen perfekt für diese wunderschöne Unternehmung in tief beeindruckendem Ambiente.

30.06.22

Guffert (2.196 m) Westgrat (T5, III)


Der Guffert Westgrat ist die von mir mit Abstand häufigst begangene Tour und das nicht ohne Grund. Ich kenne keine andere Unternehmung, die so schöne Klettermeter in wild-alpinem Ambiente und festem Fels in akzeptabler Entfernung zu meinem Arbeitsplatz im Süden Münchens bietet. Da ich die Tour mittlerweile recht gut kenne, bedarf die Wegfindung keiner sonderlichen Aufmerksamkeit mehr und ich kann mich auf andere Parameter, wie z.B. die Verbesserung meiner Begehungszeit konzentrieren, was die Tour wiederrum zu einer perfekten vor oder nach der Arbeit Unternehmung macht. 

26.06.22

Überschreitung des Ofentalhörnls (2.513 m, T6-, III)

 

Das Ofentalhörnl ist ein doppelgipfeliger Berg im Hochkaltermassiv in den Berchtesgadener Alpen. Seit der Auflage des neuen Gipfelbuchs 2016 erhält der höhere Nordostgipfel (2.513 m, Hauptgipfel) ca. drei Besuche pro Jahr während der einfacher zu erreichende Südwestgipfel (2.480 m, kein Gipfelbuch) insbesondere im Winter im Rahmen der Skitour durchs Steintal häufiger frequentiert sein dürfte. 

Der Südwestgipfel entsendet einen aus Schichtplatten aufgetürmten Grat in nordwestlicher Richtung, die Ofentalschneid. Mit einem Anstieg über das Ofental und einem Abstieg über die Schneid lassen sich die beiden Gipfel vorteilhaft zu einer anspruchsvollen und sehr selten begangenen Überschreitung in unmittelbarer Nähe zum Hochbetrieb am Hochkalter kombinieren.

26.05.22

Ellmauer Halt (2.344 m) via Kopftörlgrat (IV-)

 

Über den Kopftörlgrat auf die Ellmauer Halt, den höchsten Kaisergipfel, steht im Alpenvereinsführer Kaisergebirge (1978) geschrieben: "[...] ausgesprochen interessante, anregende Kletterei mit schönen Ausblicken nach N und S, schönste Gratüberschreitung im Kaiser, meist fester Fels, [...]". Im damaligen Führer ist die Schwierigkeit der Führe mit III bewertet, heute wird eine Stelle der letzten Seillänge durch einen Kamin auf die Ellmauer Halt eher im unteren vierten Grat verortet. 

Die Vorfreude auf die Tour wird nur durch die schwankende Wettervorhersage getrübt, die sich schlußendlich bei durchwachsenem, zumindest stabilem Wetter einpendelt, das es für diese Unternehmung, die "in ihrer Länge häufig unterschätzt" werde (DAV Führer), benötigt. Da wir uns größtenteils auf die ca. 1.400 Klettermeter der Tour konzentrieren und diese genießen möchten, sind eingeschränkte Aussicht und spärliche Sonnenstunden nicht ausschlaggebend für ein schönes Erlebnis am Berg, das uns diese klassische Gratüberschreitung, erstbegangen von G. Leuchs im Alleingang am 25. Juni 1900, heute beschert.

11.05.22

Geiselstein (1.882 m) Südverschneidung (7 SL, V-/V)

Nach einer Zeit, wähend der ich aufgrund vierschiedener Verpflichtungen keine Muse für die Berge fand, ist heute ein erster Tag mit sommerlichen Temperaturen angekündigt. Mit Sebastian ist schnell ein Gefährte gefunden, der gerne einen Urlaubstag für einen Tag in den Bergen einlöst. Da die Bedingungen so günstig stehen, suchen wir uns einen am Wochenende und später in der Saison oft gut besuchten  Klassiker in den Ammergauer Alpen aus: die Südverschneidung auf den Geiselstein.

27.03.22

Hüttenspitze (1.858 m) und Fallbachkarspitze Südgrat (2.316 m) (T5, III)

 

Den Südgrat der Fallbachkarspitze (oder Große Wechselspitze) hatte ich letztes Jahr bei meiner Tour auf den Großen Bettelwurf via Osteck wegen der starken Sonneneinstrahlung und Wärme zu Gunsten des schattigen Normalwegs dankend ausgelassen. Heute zum Winterende stehen die Vorzeichen anders - eine sonnige Südseite ist gefragt. Da bestes Bergwetter mit 11 Sonnenstunden vorhergesagt ist, bietet es sich an, Verpasstes nachzuholen. Mit Joseph und Severin sind schnell zwei Gefährten gefunden, die auch Lust auf eine erste anspruchsvollere Krxlei in der neuen Saison haben.