15.09.20

Laberköpfl "Reindlkante" (4 SL, IV)

Heute geht es nach der Arbeit mit Matthias raus nach Oberammergau, um am Laberköpfl die schöne Reindlkante unter die Sohlen zu nehmen. Diese bieten neben einem kurzen Zu- und Abstieg ein paar Seillängen schöne und ausgesetzte Kletterei in wilder Landschaft und ist somit bestens für ein kurzes Zeitfenster geeignet.

Los gehts am P der Laberbergbahn auf dem ausgeschilderten Weg Richtung Laber bis der breite Steig in eine Forststraße mündet. Auf dieser in östlicher Richtung bis am Waldrand nach ca. 300 m (kurz nach einer Abzweigung) ein zunächst undeutlicher Steig (mit alten gelben Markierungen) abzweigt. Der Steig wird bald deutlicher und erreicht nach kurzer Zeit einen alten Wirtschaftsweg. Abermals in östlicher Richtung geht es ganz kurz auf diesem weiter bis der Zustiegssteig rechts in den aufsteilenden Wald abzweigt.

Auf deutlichen Steigspuren geht es unkomplizert, aber steil ...

Zwischen den Bäumen schaut bereits die Reindlkante hervor.

... zum Einstieg bei einer kleinen Höhle (links davon ein schlecht platzierter Bohrhaken).

Rechts neben der Höhle beginnt die Tour mit einem kurzen Abschnitt IV-. Hier wurde ein angebrachter Bohrhaken von einem Schwachkopf abgeflext. Erste Sicherung ist somit ein Schlaghaken im bereits leichteren Gelände oberhalb.

Auf dem folgenden Podest steigt man nicht gradeaus zur überhängenden Kante auf (Schlaghaken in einem Riss), ...

Es geht links unten an und um die Kante.

... sondern hält sich scharf links etwas abwärts zum Fuß der Kante (Schlaghaken) und klettert durch Latschen zu einer Latschengasse im Schrofengelände, an deren Ende der erste Stand bei einer großen Sanduhr an einem Bohrhaken gemacht wird.

Durch schlechtes Seilmanagement schaffe ich es, dass sich das Seil derart in den Latschen verhängt, dass ich es kaum bis zum Stand schaffe und wie ein Ochse das Seil einziehen darf.

Schöner Blick beim fluchenden Seileinziehen

Die zweite Seillänge ist sehr kurz und führt ereignis- und anspruchslos zum nächsten Stand nach knapp 20 m.

3 m Fels in der 2. SL

Dafür entschädigen die Längen 3 und 4 mit schöner, ausgesetzter Kantenkletterei in festem, kompaktem Fels.

Kletterherz, was willst Du mehr?

Zunächst geht es auf einer Leiste links um die Kante (2 Schlaghaken) und gleich wieder auf diese zurück.

Links bricht die Nordwand des Laberköpfls senkrecht ab.

Wunderschön geht es direkt an der Kante entlang hoch. Immer wieder finden sich Schlaghaken.

Ein gebohrter Haken nach ca. 20 m suggeriert Stand, allerdings läßt sich die nächste Länge (ebenfalls 20 m) gut dranhängen, wenn man unten die Schlaghaken links der Kante entweder nicht nutzt oder entsprechend verlängert.

Kurz vor dem nächsten Stand (knapp unterhalb eines Drahtseilgeländers) folgt die Schlüsselstelle (IV, abermals ein idiotisch abgeflexter Bohrhaken; der letzte Schlaghaken findet sich relativ weit unterhalb!) - eine plattige Stelle die auf Reibung zu klettern ist.

Am Stand nach der 4. SL

Matthias kurz nach der Schlüsselstelle am Ausstieg aus dem Kletterbereich


Hier kann man das Seil eigentlich wegpacken. Wir gehen am laufenden Seil ...

... etwas rechts der Kante bis zu einem Felsentor, ...

... wo wir das Seil endgültig aufnehmen.

In der rechten Flanke geht es nach einem Aufschwung zurück zur Kante, ...

... an der es in Gehgelände mit einzelnen kurzen Krxlstellen (bis II) weiter aufwärts geht.

Bald kommt das Gipfelkreuz des Laberköpfls in Sicht, ...

... davor wird noch ein Vorgipfel mit Miniaturkreuz überschritten.

Hinter dem Kreuz wird rechterhand über einen plattigen Block auf den schmalen Grat abgestiegen.


Ein letzter Turm vor dem Gipfel wird rechts auf einem ausgesetzten Band umgangen (oben auf dem Turm finden sich Abseilstellen).


Etwas unterhalb der Bildmitte sieht man das Umgehungsband.


Anschließend geht es in grasigem Geläuf ...

... zum Gipfels des Laberköpfls.


Manndl und Laber


Den Gipfel überschreitend geht es in Schrofen ...

... zu einem Band (Abseilstand), an dessen rechtem Rand ein Drahtseil ...

... über eine arg abgespeckte Platte zur kurzen Abkletterei (II) über eine Rampe leitet.


Somit ist die Scharte erreicht, ...

... von der deutliche Pfadspuren zur Laberalm führen.

Von dort geht es den Wegweisern folgend auf markierten Wegen zum Ausgangspunkt. In schöner Abendstimmung steigen wir ab und freuen uns, eine sehr schöne Tour nach der Arbeit gemacht haben zu dürfen.

Strecke: 5,5 km mit 545 hm
Zeit: 3 h

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