22.04.18

Einsame Überschreitung des Pendling


Bei der Fahrt zur Martinswand vor einigen Wochen, hatten wir im Stau die Möglichkeit die schroffe Ost- und Südflanke des Pendling ausgiebig zu begutachten. Ob da wohl ein Weg hochführt? Die Sache wäre schnell vergessen gewesen, wenn es nicht vor wenigen Tagen eine Veröffentlichung zu genau einer solchen An- und Abstiegsroute auf den Kufsteiner Hausberg gegeben hätte. Die schönen Bilder und ausführliche Beschreibung hatten mich gespannt auf die Runde gemacht, die ich dank des Berichts in einem spontanen Zeitfenster stressfrei ohne große Vorbereitung nachlaufen konnte.

Los gehts im Unterlangkampfener Ortsteil Schaftenau zwischen den Häusern ...


... am Waldanfang auf einen Wirtschaftsweg, ...


... der sich bald zu einem Steig verschmälert.


Dort wo ein Brett am Bachbett linkerhand rüberleitet, ...


... geht es rechts mit ersten, teils noch verdeckten Blicken in die Südflanke von Mittagskopf und Pendling ...


... auf deutlichen Steigspuren steil den Hang hoch.


Bald führen zwei Forststraßen bis an den Steig heran.


In der Folge hält man sich in steilem Gelände weiterhin möglichst am Abbruch zum Bachgraben linkerhand, ...



... bis sich langsam ein merklicher Kamm herausbildet.


Es folgen erste felsige Stüfchen, ...


... teils sogar mit alten Markierungen.



Mittagskopf
Es bleibt knackig steil in diesem Abschnitt, in dem der Steig nicht immer einfach zu erkennen ist.




Das Bachbett linkerhand hat sich mittlerweile zu einer tiefen Schlucht herausgebildet, auf deren rechter Begrenzungswand man schön dahinwandert.



Vereinzelt finden sich hier Steinmänner, wobei die Orientierung am Schluchtrand eindeutig ist.



Es folgen kurze Krxlstellen in festem Fest, hauptsächlich im ersten Schwierigkeitsgrad, ...


... wobei im etwas steileren Abschluss des längsten Aufschwungs auf direkter Linie (kann umgangen werden) durchaus je nach Gusto der zweite oder auch dritte Grat geklettert werden kann.


Ich nahm den Aufschwung direkt an einer bauchigen, plattigen Stelle, die mit sehr rauhem und kompaktem Fels aufwartet. Leider ist die Krxlei nach wenigen Metern schon wieder vorbei ...

Rückblick über die schöne Krxlstelle


Rechts (Blickrichtung talwärts) kommt man etwas einfacher (II) hoch
... und es geht unkompliziert am Kamm weiter.



Ein tolles Dach am Abbruch in die Bachschlucht
 Vor dem letzten Aufschwung quert der Steig laut Karte nach rechts, ...


... aber ich hielt mich auf direktem Weg links des Riegels, wo sich auch alte Markierungen finden. 


Der Wald lichtet sich und ich quere weiter nach links zu einer letzten, ganz kurzen Krxlmöglichkeit ...


Oberhalb des letzten, ganz kurzen Boulders
 ... bevor sich das Gelände zurücklegt ...


... und man eine Forststraße knapp unterhalb des Kamms zwischen Mittagskopf und Pendling erreicht.


Von hier geht es inmitten wandernder Massen zu den zwei Kreuzen des Pendling ...





Kaisergebirge
 ... und schnell am gut besuchten Pendlinghaus vorbei ...





... zum wenige Meter hinter diesem beginnenden, einsamen Abstieg  über den Ostgrat.


Anfangs kurz durch unproblematische Schneereste ...
 



... mit beeindruckenden Tiefblicken runter ins Inntal ...



... auf gut ausgeschnittenem Steig ...



 ... steil runter, ...


... wo im Laubwald die ersten (verblassten) Markierungen auftauchen.


Die hier beginnende Laubschicht ist sehr rutschig, was im weiterhin steilen Geläuf ein hohes Maß an Aufmerksamkeit fordert.



Den Markierungen folgend gelangt man schließlich durch den Wald zu diesem Unterschlupf, ... 


... von wo aus es im mit Abstand unattraktivsten Teil der Unternehmung auf Forststraßen und am Ende entlang der Landstraße ...


... zurück zum Ausgangspunkt ...


... in Schaftenau geht.

Der Aufstieg geht von der Bildmitte am linken Rand entlang des bewaldeten Kamms
Der Anstieg über die Südflanke und der Abstieg über den Jägersteig am Ostgrat bieten einsame Begehungsmöglichkeiten an einem überlaufenen Berg. Jedoch bewegt man sich hier lange Zeit in recht steilem Gelände, das Trittsicherheit zwingend voraussetzt (T4+). Vor einer Begehung bei unsicheren Verhältnissen oder Näße ist dringend abzuraten!

Bei den Steigen handelt es sich trotz der teilweise vorhandenen, alten Markierungen nicht um offzielle Wege, die unterhalten werden. Die Orientierung erfordert somit auf der gesamten Strecke hohe Konzentration, da man abseits der Pfade schnell in problematisches Gelände geraten kann. Insbesondere im Laubwald am Ostgrat ist der Steig am Boden aufgrund der rutschigen Laubschicht öfters über längere Abschnitte nicht zu erkennen.

Die sehr kurzen Kraxlstellen laßen sich in festem Fels genießen und die Blicke vom Pendling ins Kaisergebirge und zum Hauptkamm sind spitze. Leider endet die Runde wenig attraktiv auf einem Forststraßenabschnitt und entlang der Landstraße zurück nach Schaftenau, was den Eindruck der ansonsten schönen Runde leider etwas trübt.

Gehstrecke: 8,6 km mit 1.100 hm
Gehzeit (mit Pausen): knapp 3,5 h


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