28.05.18

Kreuzwandspitze "Luftige Kante" (6 SL, 5-)


Hoch über Mittenwald liegt zu Füßen der nördlichsten Karwendelkette das Dammkar zwischen beeindruckenden Felswänden eingebettet. Hier gibt es viele lohnenswerte Krxlmöglichkeiten in größtenteils - nicht dem Stereotyp vom brüchigen Gebirge entsprechendem - festem Karwendelfels. Grund genug also den relativ langen Zustieg über den landschaftlich schönen Ochsenbodensteig auf sich zu nehmen und dem Gebiet um die Dammkarhütte mal einen Besuch abzustatten.

Los gehts mit Andrea am Parkplatz an der B2 in Mittenwald den Schildern ("Dammkarhütte über Ochsenbodensteig 3.15 h") folgend in mäßiger Steigung in den schönen Bergwald hinein ...


... bald unter der markanten Vierernordwand östlich querend ...



... rüber zur Stufe am Eingang zum Dammkar.


In der Folge verliert der Ochsenbodensteig entlang der beeindruckenden Nordflanke von Vierer- und Kreuzwandspitze etwas an Höhe ...


... bevor es die letzte Stufe in langen Serpentinen zur Dammkarhütte im Karboden hochgeht (1,75 h in gemäßigtem Tempo ab P).


An der Hütte vorbei steigen wir weiter ins Vordere Dammkar (rechterhand) auf ...


 ... vorbei an der MaMa-Kante ...



... über ein paar Schneereste zu den markanten, der Wand vorgelagerten Felsblöcken ...

MaMa-Kante rechts, Luftige Kante im Profil hinter dem vorgelagerten Felsblock




... zum Einstieg der Luftigen Kante (2,25 h ab P), ...


... der hinter einem beträchtlichen Altschneefeld verborgen liegt.


Bei schönen Blicken in die beeindruckenden Weiten des Kars und zu den umliegenden Bergen ...

Tiefkarspitze (links) und Grat zu den Larchetfleckspitzen

... machen wir uns startklar und steigen durch den Schrund ...


... in die erste Seillänge ein.


Neben den im Topo angekündigten Stichtbohrhaken finden sich alle möglichen Hakensorten in/neben der Route: verschiedene Schlag-, Bohr- und geklebte Bühlerhaken, allerdings nicht alle im direkten Routenverlauf! Die Absicherung ist somit mehr als ausreichend und es bedarf keinerlei zusätzlicher Sicherungsmittel.


Das Wetter ist bestens und freudig steigen wir in der ersten Seillänge in kompaktem, plattigem Fels entlang einer Verschneidung zum ersten Stand ...



Rückblick zu den markaten Blöcken am Einstieg
... und in der zweiten Länge weiter kurzweilig ...



... zur plattigen "Schlüsselstelle" (5-): entlang einer Wasserrille geht es eine mäßig steile Platte hoch.


Rückblick vom zweiten Stand zur Schlüsselstelle
In der dritten Länge haben wir kurz Probleme mit der Routenfindung, ...


... da die Route weiter rechts als zu vermuten wäre - und im Topo  eingezeichnet ist - neben der markanten Platte weniger schön über Schrofen einfach zum dritten Stand führt.


Nicht links über die Platte unter der Kante, sondern weiter rechts.
In der vierten Länge geht es über Platten ...


... und wenige Meter durch eine Verschneidung ...


 ... spreizend endlich ...


... auf die Kante ...



... und entlang dieser ...



... zum vierten Stand.


Der Start in die fünfte Länge ist mit einem Spreizschritt über ausgesetztes Gelände kurz interessant (4+) ...


... bevor es links der Kante in schrofigem, ab hier nicht immer festem Geläuf unspektakulär ...
 

... zum fünften Stand geht.


In der sechsten Länge folgt nach Gehgelände zu Beginn ein kurzer Aufschwung ...


... und abermals Schrofen ...


... zum letzten Stand bei einem Köpferl ...


... nach einem kurzen, schmalen Kantenabschnitt.


Vom letzten Stand steigt man schnell rüber auf den wenige Meter entfernten grasigen Absatz, ...


... wo sich die Seile besser aufnehmen lassen.

Man kann von hier entweder zweimal ins Kar runter abseilen oder in schrofiger Krxlei ...


Die Cams waren für eine andere Route vorgesehen :-)
Viererscharte


 ... zum Gipfel der Kreuzwandspitze aufsteigen.


Wörner und Tiefkarspitze
Nördlicher Karwendelkopf

Mittlerer Karwendelkopf

Viererspitze

Am Gipfel wechseln wir die Schuhe ...


 ... und steigen auf frühlingshaften Wiesen ...


Abstieg von der Kreuzwandspitze
 ... runter in die Viererscharte ...


Nördlicher Karwendelkopf
... und auf dem Steig wieder runter ...

 

... zu den Rucksäcken am Einstieg.


Von hier kann man nochmal die Kante begutachten ...



... bevor es auf den Schneefeldern knieschonend ...


Predigtstuhl und Tiefkarspitze
 ... zum Eingang des Kars ...


... und entlang der Nordseite der Kreuzwandspitze ...


... auf dem Aufstiegsweg ...


Ochsenbodensteig links, Fahrweg runter zum P rechts
 ... bei ganz leichtem, kurzem Tröpfeln und Donner in der Ferne runter zum Parkplatz geht.


Die Kletterei an der Luftigen Kante über sechs Seillängen (mehr Kletterei ist es nicht) vollzieht sich in meist solidem, griffigem Fels, der oben raus unzuverlässiger wird, leider nur über kurze Abschnitten entlang dieser. Lohnende Kletterstellen finden sich vereinzelt trotzdem und die Landschaft oben im Dammkar ist beeindruckend und sehr schön. Es handelt sich bei dieser Unternehmung mit dem Zustieg zu Fuß von Mittenwald vielmehr um eine schöne Wanderung, die mit einer Kletterei garniert ist. Leider konnten wir aufgrund der Gewitterwolken keine weitere Tour anhängen, die das Verhältnis zwischen Wandern und Klettern zugunsten letzterem verbessert hätte.

Strecke: 13,5 Km mit 1.360 Hm
Gehzeit (ohne Pausen): 2,25 h P - Einstieg, 2,5 h Einstieg - Gipfel, 2,5 h Gipfel - P

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