26.05.22

Ellmauer Halt (2.344 m) via Kopftörlgrat (IV-)

 

Über den Kopftörlgrat auf die Ellmauer Halt, den höchsten Kaisergipfel, steht im Alpenvereinsführer Kaisergebirge (1978) geschrieben: "[...] ausgesprochen interessante, anregende Kletterei mit schönen Ausblicken nach N und S, schönste Gratüberschreitung im Kaiser, meist fester Fels, [...]". Im damaligen Führer ist die Schwierigkeit der Führe mit III bewertet, heute wird eine Stelle der letzten Seillänge durch einen Kamin auf die Ellmauer Halt eher im unteren vierten Grat verortet. 

Die Vorfreude auf die Tour wird nur durch die schwankende Wettervorhersage getrübt, die sich schlußendlich bei durchwachsenem, zumindest stabilem Wetter einpendelt, das es für diese Unternehmung, die "in ihrer Länge häufig unterschätzt" werde (DAV Führer), benötigt. Da wir uns größtenteils auf die ca. 1.400 Klettermeter der Tour konzentrieren und diese genießen möchten, sind eingeschränkte Aussicht und spärliche Sonnenstunden nicht ausschlaggebend für ein schönes Erlebnis am Berg, das uns diese klassische Gratüberschreitung, erstbegangen von G. Leuchs im Alleingang am 25. Juni 1900, heute beschert.

11.05.22

Geiselstein (1.882 m) Südverschneidung (7 SL, V-/V)

Nach einer Zeit, wähend der ich aufgrund vierschiedener Verpflichtungen keine Muse für die Berge fand, ist heute ein erster Tag mit sommerlichen Temperaturen angekündigt. Mit Sebastian ist schnell ein Gefährte gefunden, der gerne einen Urlaubstag für einen Tag in den Bergen einlöst. Da die Bedingungen so günstig stehen, suchen wir uns einen am Wochenende und später in der Saison oft gut besuchten  Klassiker in den Ammergauer Alpen aus: die Südverschneidung auf den Geiselstein.

27.03.22

Hüttenspitze (1.858 m) und Fallbachkarspitze Südgrat (2.316 m) (T5, III)

 

Den Südgrat der Fallbachkarspitze (oder Große Wechselspitze) hatte ich letztes Jahr bei meiner Tour auf den Großen Bettelwurf via Osteck wegen der starken Sonneneinstrahlung und Wärme zu Gunsten des schattigen Normalwegs dankend ausgelassen. Heute zum Winterende stehen die Vorzeichen anders - eine sonnige Südseite ist gefragt. Da bestes Bergwetter mit 11 Sonnenstunden vorhergesagt ist, bietet es sich an, Verpasstes nachzuholen. Mit Joseph und Severin sind schnell zwei Gefährten gefunden, die auch Lust auf eine erste anspruchsvollere Krxlei in der neuen Saison haben.

17.03.22

Winterliche Wanderung von Heldenkreuz bis Herzogstand

Nachdem meine letzte Wanderung mit Nutzung der Werdenfelsbahn ein voller Erfolg war, möchte ich heute einen weiteren Vorzug der Anreise mit den Öffentlichen - Start- und Zielpunkt können unterschiedlich sein - auskosten. Schon länger habe ich die Idee einer Wanderung von Eschenlohe nach Kochel im Kopf, die ich heute mit Joseph in die Tat umsetze.

10.03.22

Archtalgrat zum Archtalkopf (1.927 m) und Hohe Kisten (1.922 m)

Den Archtalgrat habe ich bereits zwei Mal im Winter begangen, allerdings bin ich aufgrund anstrengender Spurarbeit im tiefen Schnee bisher nicht bis zum Archtalkopf gekommen. Diesen Winter verspricht einerseits die recht geringe Schneehöhe, andererseits die (gefühlt) höhere Anzahl von Winterwanderern, die sich durch überraschende Spuren in Gelände äußert, in dem ich bei mehreren Begehungen über die Jahre noch nie Spuren vorgefunden hatte, eine annehmbare Chance, es bis zum Hochplateau des Estergebirges zu schaffen und über die Hohe Kisten mit verschiedenen Abstiegsoptionen eine schöne Runde zurück nach Eschenlohe absolvieren zu können.

03.03.22

Sommerliches Genussklettern an der Martinswand: Emmentaler (4 SL, V) und Bronchitis (5 SL, V+)

Trotz des Ausbruchs des Kriegs in der Ukraine geht es nach längerer Überlegung ob der Sinnhaftigkeit einer Bergunternehmung heute mit Joseph im kalendarischen Winter an die sonnenverwöhnte Martinswand im Inntal. Wir finden perfekte Verhältnisse bei sommerlichen Temperaturen am Fels vor. Am Ende des Tages sind wir dankbar, die Freiheit, eine solche Unternehmung spontan angehen zu können, genießen zu dürfen.

07.01.22

Bayerischer Schinder (1.796 m) via Lapberg (1.432 m), Lapbergschneid (1.433 m) und Laubbergel (1.569 m)

Nach der wunderschönen Wanderung zu Jahresbeginn ist die Lust auf weitere Unternehmungen in den Bergen zurück, insbesondere da es in den letzten Tagen endlich ergiebigere Schneefälle gab, die auch die niedrigeren Gipfel der Voralpen in ein wunderschönes, weißes Gewand hüllen. So trifft es sich sehr passend, dass Joseph sich zur ersten gemeinsamen Tour im neuen Jahr meldet. Sein Vorschlag ist eine Wanderung über den Lapbergkamm zum Bayerischen Schinder. Bei einem Blick in die Karte stellen wir fest, dass man das Wildschutzgebiet in der Südflanke der Lapbergschneid bei einer Begehung des Kamms an dessen Nordrand nicht tangiert, so dass der einsamen und landschaftlich reizvollen Unternehmung nichts im Wege steht.

02.01.22

Winterüberschreitung des Blaubergkamms

Zunächst möchte ich allen Lesern meines Blogs ein gutes und gesundes neues Jahr 2022 wünschen - auf viele inspierende Touren und allzeit wohlbehaltene Heimkehr!

Die Überschreitung des Blaubergkamms im Winter steht schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Jedoch lag meist soviel Schnee, dass das "Post-holing" am Sattel zwischen Schildenstein und Wichtelplatte derart viel Zeit fraß, dass an eine komplette Begehung des Kamms in einer vernünftigen Zeit nicht zu denken war. 

Da der Winter 2021/22 den Bergen bisher nicht allzuviel Schnee bescherte, möchte ich heute einen neuen Versuch starten, obwohl momentan die Motivation für Bergunternehmungen - ehrlich gesagt - nicht sehr hoch ist. So bereite ich am Vorabend nichts vor, sondern mache den Aufbruch von der Stimmung am Morgen abhängig. 

Dass die wunderschöne Überschreitung, die in der klaren Luft im Winter mit herrlichen Fernblicken nochmal deutlich lohnender ist, heute trotz späten Aufbruchs stressfrei gelingt, liegt vor allem an den (beinah) frühlingshaften Verhältnissen im kalendarischen Winter. So bin ich nach der absolvierten Wanderung sehr froh, aufgebrochen zu sein und einen hervorragenden Tag in den Bergen erlebt haben zu dürfen, der am Ende des noch jungen Jahres mit Sicherheit zu den schönsten selbigens gehören wird. 

31.10.21

Grasköpfl (1.753 m), Oberes Lichteck (1.980 m), Schafreuter (2.102 m), Stierjoch (1.908 m) und Kotzen (1.766 m) (T4, II)

Nach dem durchwachsenen Ausflug in die Loferer Steinberge vor drei Wochen, möchten Joseph und ich heute auf Nummer sicher gehen und das schöne Herbstwetter auf einer der Jahreszeit angemessenen Wanderung genießen. Unsere lange Schleife von Fall zum Schafreuter entpuppt sich als landschaftlich herausragend und beschert uns an diesem sonnigen Herbsttagerl eine wunderschöne Bergerfahrung vor dem Schneefall in der nächsten Woche.

10.10.21

Westliches Geislhorn (2.291 m, III-)

 

Nach der wunderschönen Herbsttour auf das Westl. und Östl. Geislhorn im vergangenen Jahr, möchten Joseph und ich heute die Überschreitung der Geislhörner, inklusive einer kurzen Kletterei auf den Bischof (IV), komplettieren. Allerdings macht uns das eigentlich sonnig vorhergesagte Wetter einen Strich durch die Rechnung, da ausgerechnet die Gipfel der Geislhörner in hartnäckigen Nebel- und Wolkenschwaden stecken. Es ist wie verhext, da wir durch kurzfristig aufreissende Löcher immer wieder sehen können, dass alle anderen Nachbargipfel in der Sonne liegen - so fühlen wir uns heute wie zwei Comicfiguren, über den eine Regenwolke mitzieht. Durch die fehlende Sonne ist es in 2.300 m Höhe sehr frisch und der unter der Woche doch reichlicher gefallene Neuschnee gibt dem ganzen eher einen Touch von ernsthafter Winterbegehung als herbstlicher Genußtour. Eine Besteigung des Bischof fällt eh flach, da keiner von uns Lust auf sichern und warten bei diesen Temperaturen hat. So lassen wir es am Gipfel des Westl. Geislhorns bei diesem bewenden und steigen etwas unzufrieden unverrichteter Dinge ab - auch solche Tage gibt es nach den erfolgreichen Touren der letzten Wochen im Gebirge.