15.11.20

Westliches (2.291 m) und Östliches (2.297 m) Geislhorn (III/T5-)

An einem der potentiell letzten schönen Tage sollte es unbedingt noch mal in die Loferer Steinberge gehen, die zu dieser Jahreszeit aufgrund der wunderbaren Aussichten besonders für genußvolle Unternehmungen geeignet sind. Ich hatte mir nach Recherche aufgrund der tollen Landschaft und des geringen technischen Anspruchs vorab den Nuaracher Höhenweg, den ich bis dato als Marketingvehikel der Region abgetan hatte, ausgesucht und mit Nico auch schnell einen Partner für die Wanderung gefunden, der allerdings schon leise Zweifel an der Durchführbarkeit der Wanderung wegen ihrer Länge und der Schneelage äußerte. Am Samstag gesellt sich dann noch Moritz dazu, der ebenfalls weniger begeistert von meinem Vorschlag ist. Wir einigen uns schnell auf das Westliche Geislhorn als Ausweichsziel, was mir auch recht ist, da es hier im Gegensatz zum Höhenweg auch was zu krxln gibt. Im Nachhinein bin ich sehr froh über unsere Tourenwal, da man es an diesem Tag kaum besser hätte erwischen können ...

Los geht es am Wanderparkplatz in St. Ulrich, Ortsteil Weißleiten. Auf der asphaltierten Straße an den letzten Häusern vorbei kommt man auf eine Forststraße und einen kl. Holzlagerplatz (hier könnte man auch noch parken, es herrscht aber wohl ein Fahrverbot auf der Forststraße? Ersparnis wären nur 200-300 m.).


Hier folgen wir der Beschilderung Richtung Schießlingalm.


Auf einem schönen Steig geht es bei angenehmer Kühle im Schatten gleich recht steil aufwärts ...

Ulrichshörndl bereits in der Sonne

... und erste Blicke zu unserem Tagesziel werden frei.

Westl. Geislhorn

An der Schießlingalm fährt eine Partie Einheimischer mit dem Wagen vor und begibt sich kurz hinter uns auf den Anstieg.

Wir lassen die Lokalmatadoren gerne passieren und rasten nach der Jagdhütte ...

... bei tollen Ausblicken in der bereits angenhem wärmenden Sonne.

Später verlieren wir bei Gequatsche kurz den eigentlich jederzeit deutlich erkennbaren Steig durch den Latschenbereich, finden nach 10-15 Minuten aber wieder auf den richtigen Weg, der sich stets in der rechten Hälfte (Aufstiegssinn) des Rückens hochschlängelt (gerät man in die Flanke des Rückens, ist man falsch!).


Links neben einer Rinne geht es weiter aufwärts ...

... bei gefühlt sommerlichen Bedingungen ...


... zum Schrofenbereich mit einem Marterl.


Die steilen Schrofen grade hoch (I) und oben nach links ...


... in die schon von weit unten erkennbare breite Rinne queren.

In der Rinne geht es plattig ...


... bis unter die Felsen hoch. Es folgt ein Quergang nach rechts, ...

... wo man bald direkt durch eine Rinne mit oben klemmbockartiger Nase in Schrofengelände oberhalb krxln kann (III, aber nur ein Zug um die etwas abdrängende Nase; Schlüsselstelle d. Westl. Geislhorn) ...


... oder weiter an den Felsen entlang zu einer grasigen Rampe quert (Normalweg; unsere Variante im Abstieg).

Schlüsselstelle von oberhalb

Im folgenden Schrofengelände hält man sich rechts.



Gipfelaufbau Westl. Geislhorn

Die beiden Varianten kommen bei einem Flssporn bald wieder zusammen und wir lassen bei einer weiteren Pause ...

... mit herrlichen Blicken ...



Rechts unten im Vordergrund kamen wir hoch, hinter dem Aufnahmestandpunkt kommt der Normalweg hoch.

... fünf weitere Kameraden passieren. In leichter Krxlei (I-II) geht es kurzweilig weiter ...


... zu einer brüchigen Scharte.



Brüchige Scharte

Danach werden immer wieder kurze Aufschwünge in tollem Fels erklettert (bis III-). Dieser Bereich macht richtig Spaß!


Rückblick zum Bereich der brüchigen Scharte


Ein weiterer Aufschwung mit einer schattigen Verschneidung wartet schon.


Nach einigen tollen, leider nur kurzen Aufschwüngen auf die nächst höher gelegenen Stoaberg-typischen Terrassen ...

... stehen wir bereits unter dem finalen Gipfelaufschwung (II+).

Am gut gefüllten Gipfel (hinter uns folgen 6 weitere Personen) verweilen wir nicht lange, sondern klettern durch eine Rinne in eine Scharte zwischen West- und Ostgipfel ab. Auf der anderen Seite geht es kurz steil hoch (IV laut AVF), aber für Moritz kein Problem, der für Nico und mich in einen Bohrhaken oberhalb eine Reepschnur einhängt.

Der weitere Übergang zum Ostgipfel erfolgt bei tollem Blick zu den Reifhörnern auf Grathöhe ...


Rückblick zu Westl. Geislhorn und der Vollversammlung am Gipfel


... lediglich ein Block kurz vor dem Östl. Geislhorn wird südlich umgangen.

Auf dem Östlichen Geislhorn machen wir eine ausgiebige Pause und genießen die perfekte Sicht!

Rückblick zum Westl. Geislhorn

Leoganger Steinberge

Hohe Tauern

Reifhörner, Ochsenhorn und Traunspitzl

Mitterhorn

Der weitere Weg über das Hintere Geislhorn zum Wehrgrubenjoch sieht sehr verlockend aus, erfordert aber das Abklettern von einer sehr luftigen III+ (oder Abseilen).


Rot- und Mitterhorn


Als der Gipfel des Westl. Geislhorns frei wird, machen wir uns auf den Rückweg.


Die auf dem Hinweg hoch gekletterte IVer-Stelle umgehen wir auf der Nordseite (II; teils schon gefroren und harte Schneereste).


Bald stehen wir wieder in der tiefsten Scharte zwischen Westl. und Östl. Geislhorn direkt unter dem Gipfel des Ersteren ...

... und klettern die kurze Rinne zum Gipfelkreuz hoch.


Zurück geht es nun auf dem Anstiegsweg, ...


Rückblick zum Westl. Geislhorn, unten wieder die brüchige Scharte

... wobei wir die IIIer Stelle auf dem Normalweg über eine grasige Rampe umgehen.

Von deren Fußpunkt queren wir zurück ...



... vorbei an der Schlüsselstelle (jeweils mittig) ...



... zur schuttigen Rinne, ...

... die in die steilen Schrofen und anschließend den Latschenbereich überleitet.

Auf dem neu angebauten Balkon der Jagdhütte machen wir nochmal eine Sonnenpause ...

... bevor es über die Schießlingalm ...


Hirschbadsattel

Letzter Blick zum Geislhorn

Zoom

... entspannt zurück zum Ausgangspunkt geht.

Heute haben wir es perfekt erwischt! Bestes Wetter mit klarer Sicht und sommerlichen Temperaturen, eine Tour die anregende Krxlei in (meist) bestem Fels bietet. Dass so viele einheimische Wanderer heute hier unterwegs sind, ist absolut nachvollziehbar - das optimale Zeitfenster für die Tour beschränkt sich auf wenige Herbstmonate, in den die Lufttemperatur schon deutlich niedriger als im Sommer ist, aber durch die komplett südseitige Ausrichtung der Tour trotzdem gefühlt Sommerbedingungen vorherrschen. Insbesondere in den Latschen auf dem Rücken dürfte es im Sommer schnell unangenehm heiß werden, was den Eindruck dieser wunderbaren Unternehmung unnötigerweise negativ beeinflußen dürfte.

Gehstrecke: 14 km mit 1.550 hm
Gemächliche Gehzeit (ohne Pausen): 6,5 h

 

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