30.06.20

Marxenkarspitze (2.636 m) und Birkköpfe (Nördlicher 2.581 m, Mittlerer 2.599 m, Südlicher 2.574 m)


Südlich der Gipfel der Karwendelhauptkette ziehen langgezogene Grate gen Hinterautal, die die weitläufigen und weltentrückten Geröllwüsten der diesseitigen Kare voneinander trennen und teilweise eigenständige Gipfel in ihrem Verlauf aufweisen. Einige dieser landschaftlich wundervollen und abenteuerlichen Grate habe ich mir bereits angeschaut. Heute möchte ich die Birkköpfe - drei an der Zahl -, die im Gratverlauf von der Mittleren Ödkarspitze gegen Süden aufragen und Birk- von Ödkar trennen, erkunden. Nach anfänglicher Bewölkung und Wegfindungsschwierigkeiten klaren Himmel und Laune bald auf und ich verbringe mal wieder einen besonders schönen Tag im Karwendel ...

Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der B2 kurz vor der Grenze auf deutscher Seite bei Scharnitz. Mit dem Rad geht es rein ins morgendliche Hinterautal. Ich freue mich sehr, wieder hier sein zu dürfen!


Vorbei an der Wandflucht "Im Verbrennnten" ...


... zur Mündung des Ödkarbachs, wo ich das Rad abstelle.

Links Kleines Ödkar, rehts das Große

Den in der AV-Karte eingezeichneten Steig, der etwas östlich der Bachmündung beginnen soll, finde ich zunächst nicht. Da die Richtung entlang des Bachs vorgegeben ist, ist das nicht weiter wild. Allerdings durchnässt die Stapferei durch das Unterholz meine Zustiegschuhe und Hose. Weiter oben finde ich bald den Steig.

Links wird der Blick ins Kleine Ödkar aus dem dunstigen Wald frei.


Gut gelaunt schreite ich Höhe gewinnend über dem Ödkarbach dahin ...

Kleines Ödkar oben mittig

Unten fließt der Ödkarbach.

... bis mich der Steig runter zum Bach führt. "Schön ist es hier" denke ich bei mir und genieße die Landschaft bei ein paar Schlucken des frischen Bachwassers. Erst allmählich erinnere ich mich, dass der richtige Steig eigentlich gar nicht mit dem Bach in Kontakt kommt. Vielmehr führt er recht weit über diesem zu den Abbrüchen, die ins Große Ödkar überleiten. Ich muss eine Verzweigung des Steigs glatt übersehen haben.

Kurz überlege ich, ob ich nicht einfach weiter am Bach laufe ... verwerfe diesen Plan aber zum Glück, da es wegen Verengungen und Abbrüchen kein (einfaches) Durchkommen zum Karbeginn gibt.

Ödkarbach - rechts oben mein erstes Ziel, das Große Ödkar

Also geht es wieder zurück auf dem Steig, die Augen nach einer Verzweigung offen haltend.

Gleiersch-Halltalkette

Nachdem ich auf den richtigen Steig gewechselt bin, gewinne ich in der Flanke östlich des Bachbetts schnell an Höhe.

In einer Rinne ...



... verliert sich der Steig, ...



... allerdings ist hier ...


... mittlerweile hoch über dem Ödkarbach schön zu krxln.


Unten beim mittigen Felsblock führt der Steig in die Rinne.

Etwa 100 Hm aufwärts finde ich den Steig wieder (habe hier ein Steinmännchen aufgestellt), nur um ihn aufgrund von vielen Wildpfaden in den Latschen gleich wieder zu verlieren. So stehe ich bald am senkrechten Abbruch zu einer Rinne ...


... und es geht abermals retour. Solch kleine Verhauer leiste ich mir einige - prinzipiell wähle ich bei Verzweigungen heute immer den falschen Weg.

Im Verlauf betrachte ich den wilden Übergang ins Kleine Ödkar genauer ...

Zugang zum Kleinen Ödkar: Über die mittige Rampe geht es zum Fuß der Schlucht und durch diese hoch zum unteren Karboden.



... während sich der Steig immer höher in der Flanke nach oben schlängelt ...



... bevor er schließlich unter den Abbrüchen des Großen Ödkars angelangt.

Auf der latschenbewachsenen Rampe geht es in einem weiten Links-Rechtsbogen ins Große Ödkar

Rückblick Richtung Hinterautal

Östlicher Südgrat der Großen Seekarspitze

Auf einer latschenbewachsenen Rampe geht es in einem weiten Links-Rechtsbogen ins untere Große Ödkar, wo man sich entlang der rechtseitigen Wände (im Abstieg links) hält.


Bald öffnet sich das Große Ödkar in seiner beeindruckenden Weite.


Ein erster Blick zu den Birkköpfen rechts oberhalb des Kars wird frei.


In der Mitte des Kars zieht ein sanfter Grat hoch zum Verbindungsgrat zwischen Großer Seekar- und Marxenkarspitze.


Mein eingentliches Ziel ist der östliche Südgrat der Großen Seekarspitze, der parallel zum Spitzhüttengrat verläuft.

Östlicher Südgrat der Großen Seekarspitze

Da ich mich auf der östlichen Seite des Kars befinde, müßte ich das Kar in seiner gesamten Weite im Geröll queren und auch wieder ein Stück absteigen, um auf den östlichen Südgrat aufsteigen zu können.

Links des begrünten Flecks zieht eine seichte Rinne nach oben, die man für den Aufstieg nutzen kann.

Rückblick zur Gleiersch-Halltalkette

Ich beschließe stattdessen nur flach bis zum sanften Grat in Karmitte zu queren ...


Birkköpfe

... und über diesen aufzusteigen.

Rückblick vom sanften Grat in Karmitte

Bei den Latschen endet der Steig aus dem Hinterautal.

Zunächst grasig, später im Geröll ...


Ödkarspitzen und Birkkarspitze hängen noch in den Wolken.


Korallenriff am Grat

... geht es in unkompliziertem Gehgelände ...


... mit ganz kurzen Stellen I ...


Auch die Große Seekarspitze steckt in den Wolken.

Rückblick über den Aufstiegsgrat

... hoch zum Verbindungsgrat zwischen Großer Seekar- und Marxenkarspitze.

Auf dem Verbindungsgrat angekommen, Blick ins Karwendeltal.

Blick Richtung Marxenkarspitze

Blick Richtung Seekarspitzen

Am einfachen Grat erreicht man in gutmütigem Gehgelände ...



... bald den Gipfel der Marxenkarspitze.


Ödkarspitzen

Kleine und Große Seekarspitze

Birkköpfe

Vogelkar- und Östliche Karwendelspitze

Großkar und Bäralplsattel

Kleine Seekarspitze

Vom Gipfel steige ich problemlos ...



... über einen Geröllhügel am Grat ...


... in den weiten Geröllsattel vor den Ödkarspitzen ab.

Soierngruppe, dahinter Heimgarten und Herzogstand

Rückblick zur Marxenkarspitze

Großes Ödkar

Nochmal Blick zur nördlichen Karwendelkette mit Vogelkar- und Östlicher Karwendelspitze

Auf den Schutthatscher und die Schneefeldquerungen hoch zu den Ödkarspitzen habe ich heute keine Lust, also steige ich ...



... ins oberste Ödkar ab ...


... und von dort ...


... über Altschnee ...


... zum Ödkarsattel zwischen Mittlerer Ödkarspitze und Nördlichem Birkkopf auf. Hier öffnet sich der Blick zur Königin des Karwendels ...

Kaltwasserkarspitze

... und zur Birkkarspitze.


Die vom Sattel plump wirkenden Ödkarspitzen

Großes ...

Ödkar

Vom Nördlichen Birkkopf schaue ich mir bei einem unangenehmen Wind den weiteren Weg über die Birkköpfe genauer an. Ein bisschen zaudere ich, da unterhalb von P. 2.583 (Kopf zwischen Nördlichem und Mittlerem Birkkopf) zwei sperrende Schneefelder in abschüssigem Gelände liegen. Anschauen kann man es sich mal ...

Birkkopfgrat vom Nördlichen Birkkopf. Der nächste Kopf ist P. 2.583, unter dem sich zwei Schneefelder finden.

Große Seekar- und Marxenkarspitze über dem Großen Ödkar

Je näher ich P. 2.583 komme, desto mehr löst sich die Querung unterhalb ...



... in Wohlgefallen auf. Der Schnee ist trittweich und auch in meinen Zustiegsschuhen kein Problem. Ich spare mir eine Besteigung, quere stattdessen westlich unter dem Kopf viel leichter als angenommen ...


... und stehe so vor dem Übergang zum Mittleren Birkkopf.


Es folgt ein kurzes Stück, auf dem der Grat ein bisschen ausgesetzter ist.

Rückblick zu P. 2.583


Birkkar- und Kaltwasserkarspitze

Lafatscher Joch

Unkompliziert erreiche ich nach wenigen Minuten den Mittleren Birkkopf.

Rückblick zu P. 2.583 (rechts) und Nördlichem Birkkopf (links)

In Gehgelände ...


... geht es weiter ...

Südlicher Birkkopf



... zum Südlichen Birkkopf, ...


... an dessen Fuß man kurz in der Ostflanke (links) ...

Mittig der Kamin

... zum Einstieg in einen Kamin quert, ...


... durch den man den letzten Birkkopf ...

Oberer Teil des Kamins

Unterer Teil des Kamins

... in festem Gestein im II. Schwierigkeitsgrad gewinnt.



In einfacher Krxlei geht es zum wenige Meter entfernten höchsten Punkt.

Rückblick vom Südlichen Birkkopf



Unten sieht man die Kastenalm

Panoaufnahme der Gleiersch-Halltalkette

Panoaufnahme des Gr. Ödkars mit dem sanften Grat in Karmitte links, dem begangenen Grat mit der Marxenkarspitze hinten in Bildmitte und dem Birkkopfgrat rechts

Bei immer besserem Wetter geht es in Gehgelände weiter am Grat ...


Rückblick Südlicher Brikkopf



... bis dieser in Richtung Tratenköpfl etwas abbricht und sich unter einem langen Schuttfeld eine Rinne zeigt.

Links sieht man den Beginn der anzusteuernden Rinne unter dem Schuttfeld in den Latschen.

Wunderschöne Hinterödalm unter den Nordwänden der Gleiersch-Halltalkette


Der Steig ins Tal kreuzt die Rinne ...


... auf ca. 2.100 m.


Kaltwasserkarspitze

Auf dem großzügig ausgeschnittenen Steig ...


Rückblick zum Südlichen Birkkopf rechts

... geht es ohne jegliche Orientierungsprobleme ...


... mit tollen Ausblicken durch die arg aufgeheizten Latschen ...


... gegen Ende sogar mit alten Drahtsicherungen ...



... und das letzte Stück weglos durch den Wald über den Bienenhütten ...


... zum Fahrweg im Hinterautal. Nach knapp 2 Km ist man dann zurück beim Fahrraddepot am Ödkarbach und die wunderschöne Runde schließt sich.

Gehzeit: 8,75 h
Gehstrecke: 16,82 Km mit 2.002 Hm

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