31.03.19

Unterer Spitzhüttenkopf "Im Verbrennten" (8 SL, bis 7)


Frühlingshafte Temperaturen locken uns heute ins Karwendel, um die Klettersaison einzuläuten. Die tolle Plattenflucht "Im Verbrennten" am Unteren Spitzhüttenkopf bietet sich für den Einstieg in die Freiluftkletterzeit dank ihrer südlichen Ausrichtung besonders an. Des Weiteren punkten die Routen hoch über dem wunderschönen Hinterautal mit der jungen Isar mit einem wesentlich alpineren Ambiente, das wir den ganzen Winter missten, als im Klettergarten. Zu guter Letzt ist die Forststraße im Hinterautal bis auf wenige Meter vor der Abzweigung zum Einstieg komfortabel geräumt, so dass der Zustieg mit dem Rad problemlos möglich ist. So verbringen wir in stiller Einsamkeit einen herrlich sonnigen Tag im Plattenmeer an der Südseite der Karwendelhauptkette.

Los geht es für mich am Parkplatz an der B2 auf deutscher Seite mit dem Rad nach Scharnitz, wo ich Sebastian treffe, der bereits seit gestern vorort ist. Gemeinsam radeln wir einen Tag vor Freigabe der Karwendeltäler für Räder über die Gleierschhöhe hinter zur zweiten Wildfütterung. Bis hierhin ist die Forststraße geräumt, so dass man sehr gut durchkommt.

Direkt hinter der Wildfütterung versperren mächtige Lawinenkegel die Weiterfahrt. Wir schieben die wenigen hundert Meter auf bestem Trittfirn ...


... bis unter die Plattenwand des Südlichen Spitzhüttenkopfs.

Die Plattenflucht "Im Verbrennten" vom Radldepot an der Isar
Blick hinter ins Rossloch
Von der anderen Talseite grüßt der Gleiersch rüber
Der Zustieg ist heute dank Lawinenkegel besonders einfach ...


... und bald stehen wir an den Einstiegen in bestem, rauhem Fels.

Blick vom Band in Wandmitte runter ins Hinterautal
Einstieg zur "Plattenfieber"
Zuerst nehmen wir die "Plattenfieber" (3 SL, 6) unter die Sohlen. In der ersten Seillänge geht es entlang eines Risses hoch ...

Erste Hälfte 1. SL
... ins weite Plattenmeer der restlichen zwei Seillängen.

Zweite Hälfte 1. SL
2. SL

3. SL
Vom letzten Stand seilen wir einmal auf einen Absatz über dem Band mit den Einstiegen ab ...


... und klettern in leichtem Schrofengelände die übrigen 20 m ab.


Als nächstes ist die "Flugverbot" (3 SL, 7) dran - etwas steiler als die "Plattenfieber" und teils nur auf Reibung.

Sebastian am ersten Stand der "Flugverbot"
Erste Hälfte der ersten SL der "Flugverbot"
Blick zu den Miemingern
2. SL
3. SL
Roßloch
Praxmarerkarspitzen und Jägerkarlspitze
Rigelkarspitzen und Gleiersch
Wieder seilen wir auf den bekannten Absatz einmal ab und klettern den Rest ab.


Nach kurzer Pause ...


... steigen wir das Band weiter ab zu den Routen ganz links am Plattenschild.


Hier nehmen wir uns die "Unbenannte" (2 SL, 6) vor. Hier finden sich zusätzlich zu den Bohrhaken noch ein paar alte Schlaghaken, die wohl von frühen Begehungen der Sonnenplatten zeugen. Außerdem scheinen drei Routen bis zum kleinen Band mit den ersten Ständen und dem Quergangsseil eingerichtet zu sein - oberhalb gehen dann aber nur zwei weiter?


Die "Unbenannte" bietet nochmal wirklich schöne Kletterei, die wir mit jedem Zug genießen.

2. SL der "Unbenannten"

Von oben seilen wir zweimal ab, ...




... packen unsere Sachen zusammen und machen uns an den Abstieg.



Über den Lawinenkegel ...


... mit Blicken zum Gleiersch ...


... geht es runter ...


... zur Isar, wo die leeren Trinkflaschen aufgefüllt werden.


Nach dem kurzen Schiebestück zur Wildfütterung ...


... rollt es sich angenehm raus zum Ausgangspunkt.

Wir haben den ersten Tag am Fels heute sehr genoßen und dabei passenderweise perfekte Verhältnisse erwischt. Die tollen Routen am Spitzhüttenkopf bieten besten, plattigen Fels (und teils auch Risse) und sind in jedem Fall eine Empfehlung wert. Das ganze ist sehr umsichtig von den Erschließern eingerichtet - dafür ein großes Dankeschön! Nebendran warten weitere drei MSL-Touren zwischen 7 - 9 Seillängen, die ich mir bald anschauen werde. Die Plattenflucht am Unteren Spitzhüttenkopf bietet somit Möglichkeit für einen ausgefüllten Klettertag und ist insbesondere schon früh im Jahr definitiv ein überaus lohnenswertes Ziel!

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