15.06.19

Hüttenspitze (1.858 m) und Kleine Wechselspitze (2.100 m)


Die Wechselspitzen im Karwendel zählen zu den einsamsten Zielen der Halltaler Felsarena hoch über dem gleichnamigen Ort in Tirol. Wenn andernorts noch teils tiefster Winter herrscht, ermöglicht die südseitige Ausrichtung bereits früh im Jahr eine Begehung. Dies gilt vor allem für die Große Wechselspitze (auch Fallbachkarspitze genannt), deren Südgrat sehr schnell ausapert. Der Zustieg zur Wechselscharte erfolgt in der Regel über die aussichtsreiche Hüttenspitze, die aufgrund der schönen Ausblicke schon für sich alleine ein lohnendes Ziel darstellt. Die Einrittskarte zu den Gipfelbereichen wird anschließend am Einstieg der sogenannten Nagelwand gelöst - einer ca. 40 Meter hohen und mit einem Klettersteig versicherten Wand.
- Tourenspezl Nico


Los geht es am Wanderparkplatz bei der Walderkapelle in Absam. Vorbei an den Skisprungübungsschanzen und kurz vor dem Heeresklettergarten auf einem schönen Steig in nördlicher Richtung mit ersten Blicken zum Hochmahdkopf ...


... und ins Halltal ...


... in angenehmer Steigung ...


... an der Halltaler Hütte vorbei und kurz hinter dieser am Ende einer Wiesenfläche bei einer Assichtsbank auf einem nun nicht mehr so deutlichem Steig steiler ...


... durch den Wald ...


... zur Merkelreiße.
 

Die Reiße wird bald in Schrofen zur Linken verlassen.


Über ein Schotterfeld ...


Halltal; links die Zunterköpfe
Inntal
Bettelwurf, Gr. und Kl. Wechselspitze
... stößt man kurz unter dem Gipfel der Hüttenspitze auf erste, kurze Krxlstellen.


Am Gipfel der Hüttenspitze kann man bereits die Rinne zwischen Gr. und Kl. Wechselspitze, die den Anstiegsweg auf letztere vorgibt, einsehen.

Rechts im Hintergrund die Hohe Fürleg
Nach kurzer Fotopause steigen wir über diese Flanke ...

Der Abstieg in die Wechselscharte (I) vollzieht sich durch die seichte RInne von links oben.
... ab in die Wechselscharte.

Von hier geht es an einem Drahtseil die Nagelwand hoch.




Drüber kommt man auf einem gut ausgeschnittenen Steig bald zu einer Gabelung. Links zweigt der Normalweg zur Gr. Wechselspitze ab, rechts geht es zum Südgrat der Selbigen und ins Fallbachkar über die Kl. Wechselspitze.



Kurz darauf stehen wir am Fuß der Rinne zwischen Gr. und Kl. Wechselspitze.


Unten bietet die Rinne tolle Krxlei in festem, kompaktem Fels. Die kleinen Schneefelder stören den Spaß nicht.



Weiter oben muß man den größeren, unterhöhlten Schneefeldern in die zunehmend brüchigen Flanken ausweichen, was etwas Umsicht erfordert. 

Nichtsdestotrotz ist der Gipfel der Kl. Wechselspitze schnell erreicht.


Hohe Fürleg über Fallbachkar
Diesiges Inntal

Bei einer Brotzeit beratschlagen wir den weiteren Tourenverlauf: weiter über die Hohe Fürleg und am Grat bis zum Hundskopf eine große Runde zurück oder auf dem Aufstiegsweg absteigen? Da ab Mittag Gewitter vorhergesagt sind und uns Schäfer an der Halltaler Hütte zur Vorsicht gemahnt hatten, wollen wir unser Glück nicht strapazieren und steigen nach ausgiebiger Rast wieder ab.


 Im Abstieg präsentiert sich die Rinne noch etwas anspruchsvoller, ...


... insbesondere an den von den Schneefeldern befeuchteten, plattigen Abkletterstellen.



Nachdem die Rinne hinter uns liegt, ...


... steigen wir über den Klettersteig in der Nagelwand ...



... runter in die Wechselscharte.

Hüttenspitze aus der Wechselscharte
An einen Abstieg über die Fallbachkarbachschlucht ist aufgrund der massiven Schneefelder nicht zu denken, ...


... so dass wir mit tollen Blicken ins Halltal komfortabel durch die Wechselreiße abfahren.


Nordwand der Hüttenspitze

Rückblick durch die Wechselreiße
Am Ausfluß der Reiße geht es dann auf Wanderwegen ...


... zurück zum Ausgangspunkt.


Obwohl das vorhergesagte Gewitter ausbleibt, sind wir mit unserer Entscheidung zur Umkehr zufrieden. Der weitere Weg über das noch mit beträchtlich Schnee versehene Fallbachkar und die Gipfelrinne zur Hohen Fürleg hätte noch einige Zeit in Anspruch genommen und einen schnellen Abstieg bei Wettersturz unmöglich gemacht.

Die Rinne zur Kleinen Wechselspitze lässt sich toll krxln (Stellen II). Durch die nach oben raus noch recht mächtigen Schneefelder, müssen wir in die ungut schottrig-brüchige Flanke ausweichen, was die Schwierigkeit erhöht. 

Der Klettersteig in der Nagelwand führt durch ziemlich ausgesetztes Gelände und erfordert etwas Armkraft. Im oberen Bereich ist aktuell einer der Metallstifte aus dem brüchigen Fels ausgebrochen, so dass das Drahtseil hier nicht mehr gespannt hängt.

Strecke: 12,4 km mit 1.440 hm
Zeit: 6 h

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