01.08.20

Westliche Praxmarerkarspitze (2.642 m) via Südgrat, Östliche Praxmarerkar (2.638 m)- und Kaskarspitze (2.580 m) (III)


Da ich für dieses Ferienwochenende mit einem hohen Andrang in den Bergen rechne, suche ich eine etwas abgelegenere Tour, bei der ich meine Ruhe habe. Ein solches Ziel bieten die Berge der zentralen Gleiersch-Halltalkette im Karwendel, die aus keiner Richtung einfach und schnell zu erreichen sind. In der Tat geht der Plan voll auf und ich begegne lediglich am Gipfel der Kaskarspitze zwei Kameraden ...

Los geht es wie gewohnt am Parkplatz kostenlos auf der deutschen Seite kurz vor Scharnitz um 6.45 Uhr. Mit dem Radl durch Scharnitz, über die Gleierschhöhe runter zur jungen Isar, auf der anderen Seite den ersten längeren Anstieg zum Warmwerden ins Gleierschtal hoch, vorbei an Amtssäge und Möslalm, den Anstieg ins Samertal auf dem alten Forstweg umschiebend wird nach 1,5 h und 22 Km der Radlparkplatz der Pfeishütte erreicht.

Radldepot im Samertal

Blick vom Radldepot zu den Stempeljochspitzen; rechts zweigt beim Schild der Steig zur Pfeishütte ab.

Vom Fahrweg zur Pfeishütte ...

Pfeis und Rumer Spitze

Roßkopf und Stempeljochspitzen

... zweigt auf ca. 1.840 m der ausgeschilderte Steig zu Östlicher Praxmarerkar- und Kaskarspitze ab.

Blick durch das Samertal, das man zuvor raufradelt.

Auf dem gut angelegten, markierten Steig geht es ...


... rasch Höhe gewinnend ..

Pfeis und Rumer Spitze

... über den Südrücken der Sonntagskarspitze runter ins Kaskar ...

Kaskarspitze und Kaskar vom Südrücken der Sonntagkarspitze

Samertal

Auf der anderen Talseite grüßt das Gleierschtaler Brandjoch rüber.

... und über deren Südrücken ...



... hinunter ins Praxmarerkar.

Westliche und Östliche Praxmarerkarspitze mit Südgrat.

Eine junge Gams begrüßt mich im Praxmarerkar.

Das Kar wird in westlicher Richtung gequert ...


... zu einem grasigen Rücken, der an den Südgrat der Westlichen Praxmarerkarspitze anschließt.


Die beiden Praxmarerkargipfel aus dem Kar

Auf dem Rücken ...


... erreicht man die grasdurchsetzte Flanke des Südgrats, ...



... die man in einfacher Krxlei im II. Schwierigkeitsgrad ...

Blick auf die Aufstiegsflanke von oben

... zum unteren Südgrat durchsteigt.


In der Folge geht es in Gehgelände ...


Samertalabschluss mit Stempeljoch

... am Südgrat dahin ...



Südwestgrat eines Vorgipfels der Westlichen Praxmarerkarspitze

... bis man einen felsigen Aufschwung erreicht.


Kaskarspitze


Laut AVF wird der Aufschwung westlich durch eine Rinne umgangen, wobei der direkte Weg auch machbar aussieht (schätze auf einen (oberen) IIIer). Die Rinne linkerhand des Grats verzweigt sich in zwei Äste. Der Linke ist problemlos begehbar, der Rechte hält eine kurze Kaminstemmstelle von 2 Metern im IV. Grad bereit.


Danach geht es in Gehgelände direkt zurück an die Gratkante, ...


... auch wenn Steinmänner in der Flanke zu sehen sind, ...


... und an dieser über vereinzelte, kurze Aufschwünge (bis II) ...


... an den Gipfelaufbau der Praxmarerkarspitzen.

Rechts sieht man bereits das Kreuz der Östlichen Praxmarerkarspitze.

Rückblick über den Südgrat

Dieser wird in zunnehmend brüchigem Gestein weiterhin direkt am Grat erstiegen.


Am Gipfel öffnen sich fantastische Blicke zur nördlich gelegenen Karwendelhauptkette, ...


... den Jägerkarspitzen, ...


... ins südwestliche Karwendel mit der Erlspitzgruppe, ...


... nach Süden ...


... und nach Südosten.


Bei einer Vesperpause blättere ich im Gipfelbuch von 1984 (ca. 20 Begehungen pro Jahr) und studiere den Übergang zur Kaskarspitze ...


... bevor ich mich an den kurzen Weg zur Östlichen Praxmarerkarspitze mache.


Äußerst brüchig geht es ...


... in nicht allzu steilem Gelände ...


... in wenigen Minuten in die Scharte zwischen den Gipfeln ...

Blick aus der Scharte nach Süden

Blick aus der Scharte nach Norden

... und auf der anderen Seite in wieder festerem Fels (II) ...


... zum Gipfelkreuz der Östlichen Praxmarerkarspitze.


Rückblick zur Westlichen Praxmarerkarspitze

Jägerkarspitzen

Übergang zur Kaskarspitze

Zunächst auf dem markierten Normalweg geht es in Nähe zu den tiefen Nordabbrüchen ...



Praxmarerkarnordwand


... in Gehgelände ...


... auch nach Abzweig des Normalweg nach Süden stets auf dem Grat weiter ...



... bis in Gratmitte eine tiefe Schlucht den Weiterweg versperrt.

Von einem Türmchen muss ausgesetzt nach Norden abgeklettert werden ...

Von diesem Türmchen wird nach Norden (im Bild nach rechts) auf das kleine Felspodest abgeklettert; hinter dem Podest öffnet sich - auf dem Foto nicht erkennbar - die gähnende Leere der Nordabbrüche.

... und in der Folge ein weiteres brüchiges Türmchen in die darauffolgende Scharte gequert werden (scheinbar kann der Turm auch ausgesetzt in besserem Fels auf der Nordseite umgangen werden).

Brüchige Querung in die Scharte

Die Querung des Türmchens an abwärtsgerichteten Strukturen entlang der Bildmitte

Die schwierigere Stelle in Gratmitte im Rückblick

Danach geht es unschwierig weiter in Richtung Gipfelaufbau der  Kaskarspitze. Anstelle direkt am Grat zu bleiben und den "überaus brüchigen Schluf" (AVF) knapp unter dem Gipfel anzusteuern, weckt eine markante, lange Kaminrinne mein Interesse, deren Ansatz durch eine Querung in der Südflanke zu ereichen ist.

Gipfelaufbau Kaskarspitze: Zwischen Haupt- und Vorgipfel zieht von oben links eine dunkle Kaminrinne nach unten rechts.

Über gut zu begehende Bänder (Steinmänner) ...


... quere ich ...


... in gutem Fels ...


... in die Kaminrinne.


Siehe da, mein Blick hat mich nicht getäuscht: ...


... in der Rinne findet sich kompakter, fester Fels - eine reine Krxlfreude. Im unteren III. Grad geht es gradeaus hoch direkt ...


... zum Gipfel der Kaskarspitze. Hier treffe ich auf zwei Kameraden, die mir - wie sich später herausstellt - vom Namen von Hikr bekannt sind.


Rückblick zum Übergang von den Praxmarerkarspitzen

Halleranger

Sonntagkarspitze


Die höchsten des Karwendels grüßen.


Westliche Hauptkette

Blick nach Südwesten

Nachdem die Kameraden aufgebrochen sind, verweile ich noch am Gipfel. Eigentlich möchte ich die Wanderung noch fortsetzen, aber ich fühle mich nicht so fit und die Wolken beginnen mittlerweile gut zu quellen.

Auf dem markierten Normalweg steige ich ab.

Rückblick zur Kaskarspitze

Wo dieser in die Flanke runterzieht, müsste ich am Grat bleiben, ...


... allerdings entscheide ich mich intuitiv dagegen ...


... und steige auf dem Normalweg ins Kaskar ab, auf dem ich bald zu den beiden Kameraden vom Gipfel aufschließe.


Rückblick Kaskarspitze

Wir kommen ins Gespräch und beschließen unsere Touren bei Getränken und Speis auf der Pfeis.

Von dort steigen wir über den Steig zu den Radln ab ...


... und rollen - ich mit Stadtbereifung eher langsamer - bei sich ankündigendem Gewitter nach Scharnitz raus.


Genau als wir am Parkplatz ankommen, fallen die ersten Tropfen ...

Gehstrecke: 12,5 km mit 1.440 hm
Gehzeit: 6,25 h

Kommentare:

rainer hat gesagt…

schöner Bericht Carsten - Berg Heil!

CF hat gesagt…

Danke Rainer! Ebenfalls Berg heil.

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