12.07.20

Reifhornüberschreitung (IV-)

Gipfel des Westlichen Reifhorns

Die Loferer Steinberge begeistern mich bei jedem Besuch mit tollem Fels, landschaftlich wunderschönen Eindrücken, wenig Andrang und bodenständiger Unaufgeregtheit - zwischen Kaiser und Berchtesgadenern scheinen sie beinah ein Schattendasein zu führen. Deshalb nehme ich mir jedes Jahr vor, ihnen öfter einen Besuch abzustatten als in den vergangenen Jahren. Damit es nicht weiterhin nur beim Vorsatz bleibt, ging es heute trotz durwachsener Wettervorhersage zur ersten gemeinsamen Tour mit Hans in die Stoaberg um das Reifhorn zu überschreiten. Über die Tour steht auf der Seite der Schmidt-Zabierow-Hütte "[h]errliche Gratkletterei in zumeist leichtem Gelände und mit schönen Tiefblicken zur Hütte während der ganzen Unternehmung", was wir nach einem wunderbaren Tag voll und ganz bestätigen können.

Los geht es am Parkplatz der Schmidt-Zabierow-Hütte im Loferer Hochtal. Von dort den ausgeschilderten Hüttenzustieg - dank Klettergeraffel schweißtreibend - bis kurz vor die Hütte zum Abzweig des Wegs 613, ...

Blood from a stone ...

... den Ansatz des Nordostgrats des Reifhorns bald im Blick, ...

Ansatz des Nordostgrats links

... das letzte Stück weglos über beeindruckenden Gletscherschliff ...



Reifhorn NO-Grat, der von links nach rechts begangen wird

Rückblick nach Lofer

... zum Einstieg in die Überschreitung, der über eine der vielen, eingebohrten Routen am Fuß des Nordostgrats absolviert wird.


Eigentlich wollten wir über die "Schuh des Manitou" einsteigen, landen im gutmütigen Gelände ohne wirklich darauf zu achten aber in der direkten Nas'n. Es sind hier so viele Routen eingebohrt, dass der erste Aufschwung auf vielen Wegen genommen werden kann ohne viel Zeit für die Routenfindung aufwenden zu müssen.

Die erste Seillänge steigen wir seilfrei hoch. Die Rinne zu Beginn der 2. SL (III+) ist noch feucht, so dass wir sicherheitshalber das Seil zum Einsatz bringen.

Rinne zu Beginn der 2. SL

Danach geht es leichter ...


... zwei SL zusammenhängend ...



... ins Gehgelände oberhalb der Nas'n. Nach ca. 100 m kreuzt man den Michael-Steiner Weg, Normalweg zum Kreuzreifhorn, der hier von der West- in die Ostflanke wechselt, und hält sich direkt am Grat.


Lofer

Nach einem kurzen Aufschwung etwas rechts des Grats durch eine Kaminrinne (II) geht es in Gehgelände ...


Großes Ochsenhorn

... wunderschön am Grat entlang ...



... zu einem weiteren Aufschwung kurz vor dem Gipfel des Eiskogel ...


... der abermals durch einen Kamin (III) rechterhand gewonnen wird.



Auf dem Eiskogel vespern wir mit Aussicht zum Kreuzreifhorn, ...


... zu dem wir uns bald auf den Weg machen. Die erste der beiden Abseilstellen klettern wir ab (III-/III), ...



... die zweite zum großen Klemmblock klettert Hans an ...


... bevor wir uns fürs Abseilen entscheiden.


Jenseits der Scharte geht es in schönem Gelände (durchgängig II) wieder hoch ...


Rückblick zu den zwei Abseilstellen vom Eiskogel auf den großen Klemmblock unten


Kurzweilig geht es nach dem Aufschwung ...


... zu einer weiteren kurzen IIIer-Stelle ...


... und über Gehgelände ...



... zu einem letzten kurzen IIIer- Aufschwung ...


... zum Gipfel des Kreuzreifhorns.

Auf markiertem Weg von dort ...


... über ein versichertes Wandl ...


... ins Weinschartl und jenseits über einen kurzen Aufschwung direkt am Grat ...


... im folgenden Gehgelände ...


... zum höchsten Punkt der Unternehmung, dem Großen Reifhorn.


In Erwartung der letzten Seillängen auf das Westliche Reifhorn wechsele ich bereits hier (verfrüht) in meine Kletterschuhe, ...




... allerdings zieht sich der Weg (meist I - II) über Stufen und Bänder (ein Wandl III) ...


... zu den Abseilstellen in die Scharte vor dem Westlichen Reifhorn länger als gedacht.

Westliches Reifhorn: links der Kante sieht man in Verlängerung des hellen Podests das ausgesetzte Band, das man durch einen Durchschlupf (dunkle Öffnung unten in der dreieckigen Nase) erreicht und von dem um die Ecke die letzte SL (IV-) in der zu erahnenden Verschneidung zum Gipfel empor leitet.

Gipfelaufbau Westliches Reifhorn

Im schuttig, brüchigen Gelände steigt Hans über Bänder weiter ab bis in die Scharte, was nicht schwieriger als der Weg bis dorthin ist, während ich auf direktem Weg in die Scharte abseile.


Jenseits geht es durch eine Verschneidung (III+) etwas rechts der Kante ...



Rückblick zum Großen Reifhorn und dem Gelände der Abseilstellen

... und eine leichtere Rinne (III-) ...


... auf eine Terasse, ...


... auf der es links durch einen Durchschlupf ...


Geht scho auch mit Rucksack

... auf ein ausgesetztes, aber ausreichend breites Band geht.


Hier wird an einem Schlaghaken Stand vor der letzten, kurzen Kletterlänge (IV-) gemacht.




Rückblick Großes Reifhorn

Im Gehgelände geht es zum nahen Kreuz des letzten Gipfels.



GK Westliches Reifhorn



Gemütlich lassen wir die Tour hier Revue passieren und steigen auf sehr gut markiertem und teils versichertem Steig ...


... zum Wehrgrubenjoch ab.


Geiselhörner und Bischof links

Auf einem Klettersteig geht es vom Joch ...


... in die Wehrgrube ...




... und zur symphatisch geführten Schmidt-Zabierow-Hütte, wo wir auf ein alkoholfreies Weißbier einkehren.

Da gehts jetzt wieder runter.

Abstieg von der Hütte wie Aufstieg.


Gehstrecke: 15,32 Km mit 1.902 Hm
Gehzeit: 8,5 h

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