29.12.20

Heimgarten (1.791 m) und Herzogstand (1.731 m) von Schlehdorf

Nach den geruhsamen Feiertagen steht mir an diesem angekündigten Traumtagerl der Kopf nach einer aussichtsreichen Wanderung in geringer Höhe, um nicht all zu sehr im mittlerweile reichlich vorhandenen Schnee wühlen zu müssen. Auf gehts also mal wieder nach Schlehdorf um dem Königsgrat zwischen Heimgarten und Herzogstand einen Besuch abzustatten.

Geparkt wird am Wanderparkplatz südlich von Schlehdorf. Von dort auf der vereisten Fahrstraße und über schneebedeckte Almen ...

Herzogstand von Norden

... hoch zum Jocherfleck und rechterhand auf den zunächst steilen Karrenweg zur Wildfütterung. Ab dort quert der Steig flacher das steile Geläuf in schöner Landschaft.


Nach der Querung stößt der Steig wieder auf die Forststraße, die sich vom Jocherfleck hochschlängelt.

Erster Blick auf den Heimgarten

Rötelstein

Zur meiner Verwunderung sind nach den Schneefällen der vergangenen Nacht schon reichlich Spuren auf der Forststraße vorhanden. Normalerweise treffe ich auf der Nordseite recht selten Leute an. Tatsächlich sehe ich am Ende der Straße vier Wanderer/ Schneeschuhgeher und ein weiterer Schneeschuhgeher schließt zu uns auf.

Ich lasse den Kollegen mit den Schneeschuhen zunächst den Vortritt am ab hier zu spurenden Hang.

Nach der ersten Stufe geht es am abgeblassenen Plateau auch ohne Schneeschuhe sehr gut vorwärts.


Verbindungsgrat zwischen Heimgarten und Herzogstand

Dummerweise folge ich einer Schneeschuhspur durch eine eingewehte (flache) Rinne mit sehr tiefem Schnee anstelle weiter oberhalb in der Flanke zu bleiben. Die kurze Einheit im anaeroben Bereich ist schnell vorbei und ab dem Sattel des Rauchköpfls ...


... folge ich dem gespurten Sommerweg direkt hoch zum Nordgrat des Heimgarten.

Die Schneeschuhgeher entscheiden sich unentschlossen der Skispur in die steile Nordostflanke des Heimgarten zu folgen, welche durchaus lawinengefährdet seien kann. Klare Empfehlung meinerseits ist es, diese Flanke auf jeden Fall zu meiden!

Nach kurzem, steilem Anstieg erreiche ich den Nordgrat des Heimgarten, wo mich nach dem Schatten in der Nordseite die ersten Sonnenstrahlen des Tages begrüßen.


Heimgarten

Blick rüber zum Herzogstand

Bei tollen Ausblicken ...

... wandere ich in herrlicher Winterlandschaft ...

... zuletzt über den sehr gut gespurten Normalweg von Ohlstadt ...

... zum gut besuchten Gipfel des Heimgarten (2,5 h vom Auto).

Beim Vesper genieße ich die tollen Ausblicke auf den bevorstehenden Gratübergang zum Herzogstand, ...


... über den Walchensee ins Karwendel, ...


... über Garmisch ins Wetterstein, ...

... und in die Ammergauer Alpen.

Nach der Pause geht es am gespurten Grat ...

Rückblick zum Heimgarten

... wunderschön und kurzweilig in der Sonne ...




... zum Schlehdorfer Kreuz und über den letzten Anstieg ...


Rückblick Heimgarten


Blick nach Osten: Jochberg und Benediktenwand

Walchensee und Karwendel

Fahrenbergkopf und Martinskopf im Vodergrund

Auf dem Normalweg geht es runter ...

... zum Herzogstandhaus und auf dem geräumten Reitweg zum Kesselbergpass bis zum Abzweig "Am Alple" unter der Nordwand des Herzogstand. Hier zweigt der Pionierweg nach Schlehdorf ab, auch dieser ist gespurt, was mich bei dem Betrieb am heutigen tag nicht mehr wirklich wundert.

Ich nehme dankend an und wandere die letzten Kilometer, jetzt wieder im Schatten, ...




Die Grate in der Nordwand des Jochbergs

... über den Jocherfleck ...

... zurück zum Ausgangspunkt.


Obwohl ich die Wanderung schon einige Male gemacht habe, war es heute mal wieder sehr schön - zu recht ein vielbegangener Klassiker der Bayerischen Voralpen!

Die Wanderschwierigkeit dürfte im Bereich T3 liegen. Der eigentlich einfache Grat kann bei Schnee und Vereisung durchaus absturzgefährliche Stellen aufweisen. Im Winter sind außerdem auf jeden Fall die Schneeverhältnisse und der Lawinenlagebericht zu beachten.

Gehstrecke: 18,7 Km mit 1.450 Hm
Gehzeit (ohne Pausen): 5,5 h

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