31.07.17

Karkopf "Knöpflerband"


Das markante Knöpflerband ist beim Anblick der Karkopf Südwand aus dem Tal bereits deutlich auszumachen und bietet eine recht einfache, historische Durchstiegsmöglichkeit der ca. 600 m mächtigen Wand. Im Jahr 2008 wurde die historische Route von A. Knöpfler und Gefährten um einen direkten Einstieg zum Band und zahlreiche Bohrhaken erweitert. Diese alpine Mehrseillängentour wollten der Flo und ich uns heute zusammen anschauen. Bedenken hatten wir nur wegen der südlichen Ausrichtung und den vorhergesagten hohen Temperaturen. Glücklicherweise war das Wetter dann schlechter (bewölkt und kühler) als vorhergesagt, so dass wir die Tour bis auf ein wenig Restfeuchtigkeit vom nächtlichen Gewitter in den unteren Längen unter besten Bedingungen genießen konnten.

Los gehts am P Strassberg bei der Schranke auf dem Forstweg ...

Erster Blick zum Karkopf und der Südwand. Bereits hier ist das markante Band von unten links nach oben rechts auszumachen.
... zum Strassberghaus ...


... und auf markiertem Weg weiter Richtung Hohe Munde ...

Blick runter ins Inntal
Inntal nach Osten

... immer näher an die Südwand ran.


An einer beschilderten Abzweigung nimmt man den Hintereggensteig Richtung Neue Alplhütte und zweigt von diesem nach ca. 10 Min. in diese ausgewaschene, gelbliche Rinne ab.



In der Rinne geht es kurzweilig an einer Höhle vorbei ...


... schnurstracks nach oben zum Einstieg ...


... in einer markanten Rinne




Am Fuß der Rinne seilten wir an und stiegen nach kurzer Pause in den glatten, festen Fels ein.

In der kaminartigen Verengung der Einstiegsrinne kurz vor dem ersten Stand

Rückblick 1. SL

2. SL
Der kurze Aufschwung zu Beginn der 3. SL war leider sehr naß, aber etwas linkshaltend ging schon. Am 3. Haken kurz vor dem Übergang in einfacheres Gelände fehlt die Lasche.

Der naße Aufschwung zu Beginn der 3. SL

3. SL überhalb des kurzen Aufschwungs
Nach dem Aufschwung legt sich das Gelände zurück ...

3. SL
... und es geht in sehr gutem, festen Fels weiter nach oben.

5. SL
... und es geht in einer sich nach oben verengenden Rinne weiter sehr schön nach oben.

Ende 5. SL

Rückblick über 5. SL
Danach geht es in einfachem Gelände (I bis max. III+) ...

6. SL
... abwechslungsreich ...

7. SL

Rückblick 7. SL

Ende 7. SL

Flo kommt nach in der 7. SL

8. SL
9. SL



... weiter nach oben zur schönen, wieder etwas schwierigeren 11. SL (IV).

Flo in der Querung zur schönen Rinne der 11. SL

Die tolle Rinnenverschneidung in der 11. SL

Flo am Stand nach der 11. SL

Kurz vorm Stand der 11. SL

Hohe Munde
Blick nach Westen durchs Inntal
In der 12. und 13. SL folgt abermals einfaches Schrofengelände, bis man in der 14. SL das Knöpflerband erreicht.


Hier packten wir das Seil weg und stiegen in tollem Gelände ...



... hauptsächlich plattig ...






... hoch zu einem mit Wasserrillen zerfurchten Kessel in der 19. SL.











Zur 22. SL packten wir das Seil wieder aus: es geht in der für mich mit Abstand schönsten SL in superrauhem Fels 50 m einigermaßen steil in einem Rechtsbogen nach oben.


Am Stand nach der 22. SL

Flo zu Beginn der 23. SL

Rückblick auf das Knöpflerband
Zu Beginn der 24. SL folgt noch einmal ein kurzer, gutgriffiger Aufschwung (IV) ...



... bevor das Seil in leichtem Gelände endgültig weggepackt werden kann (wir haben aber noch bis Ende 26. SL durchgesichert).





Der Ausstieg erfolgt dann auf den Ostgrat des Karkopfs wenige Minuten von der Einmündung des Normalwegs.

Hohe Munde

Flo am Ostgrat, Karkopfgipfel kurz vor ihm, dahinter die Hochwand

Zugspitze und Wetterstein

Hochwanner und Teufelsgrat

Dreitorspitzen, Öfeleköpfe, Gehrenspitze, Arnstock vor Karwendel und Hohe Munde

Gesellschaft kurz unterm Gipfel



Ab stiegen wir auf dem Normalweg ...


... durch die Südflanke des Karkopfs ...



... vorbei an der Neuen Alplhütte zum Strassberghaus, wo sich die Runde schließt.


Der Zustieg ist gut zu finden und schnell abgehakt (ca. 1 h). Die Route über das Knöpflerband bietet stressfreie, tolle Kletterei bis zum IV. Grad in wunderschön alpinem Ambiente. Die Absicherung ist gut, wobei einige Laschen mal wieder festgeschraubt gehören und einige vom Schnee verbogen, aber noch klippbar sind. Der Fels ist eigentlich durchgängig sehr gut, in einigen Längen sogar sehr kompakt und rauh. Brüchig wird es erst im Gehgelände oben raus. Es liegt in den weniger steilen Seillängen auch weiter unten einiges an Schutt rum, der sich bei mangelnder Vorsicht schnell Richtung Tal in Bewegung setzt. Insgesamt empfand ich die Tour als sehr lohnenswert, bietet sie mit dem recht kurzen Zustieg, alpinen Ambiente, tollen Fels und der guten Absicherung doch ein sehr überzeugendes Gesamtpaket.

Strecke: 13 km mit 1.300 hm
Gehzeit (ohne Pausen): 7,5 h 

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