28.05.17

Seehorn Astenriedlgrat


Die felsigen Gipfelaufbauten von Ulrichshörndl und Seehorn sind - wie die Loferer und Leoganger Steinberge im Allgemeinen - durch ihre markanten Terrassen geprägt. Auf der Nordseite dieser zwei Gipfel gibt es mit der Route Zeitgeist (3+) auf das Ulrichshörndl und den beiden Nordwestgraten auf das Seehorn sehr schöne Kletterrouten, die mit überragenden Aus- und Tiefblicken zu überzeugen wissen. Allerdings muss man sich den Kletterspaß mit einem Zustieg über 1.000 hm auf einem zwar schön angelegten, aber auch recht steilen Pfad erst einmal verdienen. 

Los geht es mit dem Flo am Parkplatz in Sankt Ulrich an den Sportanlagen.

Seehorn und Ulrichshörndl

Von hier auf dem Wanderweg 612 einfach, ...

St. Ulrich und benachbarte Dörfer

Pillersee
... aber schweisstreibend die 1.000 hm hoch ...


Koasa



... zum Hubschrauberlandeplatz unterhalb des Ulrichshörndl. Hier zweigt links ein Steig in die latschige Nordflanke von Ulrichshörndl und Seehorn ab. 

Beim weißen Schild zweigt der Zustiegssteig ab

Geislhörner und Leoganger Steinberge


Man quert in der Folge ca. 30 Minuten horizontal (T4+) unter dem Einstieg der Zeitgeist, dem mit einem großen roten Punkt mit schwarzer Umrahmung gekennzeichneten Einstieg des rechten Nordwestgrat des Seehorn über einige Rinnen in schrofig-brüchigem Gelände ... 



... bis zur Abbruchkante des hier noch schwach ausgeprägten, mit Latschen bewachsenen linken Nordwestgrat (Astenriedlgrat). 


Linker NW-Grat im Profil
Rothorn und Schaflegg

Rothorn und Zwölferhörnl


Ab der Abbruchkante weisen Steinmänner den Aufstieg zum ersten felsigen Aufschwung, wo sich der Einstieg mit einem geklebten Bühler- und einem Bohrhaken findet. 

Einstieg

Blick vom Einstieg zum Pillersee und Koasa.
Die Route führt meist direkt am Grat in abwechslungsreicher Kletterei mit tollem Tiefblick über Steilstufen und die folgenden Terrassen hoch zum Gipfel des Seehorn. Highlights sind eine Verschneidung in der 3. SL, ein kleiner Überhang in der 5. SL und der Kamin in der 8. SL. Das Topo auf bergsteigen.com erwies sich als zuverlässig. Allerdings muss man aufgrund der weiteren Hakenabstände schon die Augen offen halten. Die Standplätze fanden sich aus unserer Sicht teils etwas unintuitiv abseits des eigentlichen Routenverlaufs (Steinschlag gab es keinen). Die Route ist insbesondere in den schwierigeren Stellen ausreichend gesichert, allerdings sind die Haken sehr umsichtig angebracht und taugen nicht zum technischen Steigen. 

Rückblick vom 1. Stand

2. SL

Rückblick vom 3. Stand

Kompakter Fels in der 4. SL

Der recht NW-Grat

Zwölferhörnl

Flo am Stand nach der 4. SL. Rechts neben dem Stand sieht man den kleinen Überhang der 5. SL. In der Folge geht es direkt an der Kante hoch auf die letzte Terrasse, von dort durch den Kamin rechts der Kante hoch zu den Gipfelschrofen.

Pfeiler des rechten NW-Grats

 Gipfelaufbau des Seehorns

Rothorn

Der kleine Überhang in Nahaufnahme
In der 6. ...


... und 7. SL folgen schöne Platten.


Flo am Stand nach der 6. SL

Rückblick über den kleinen Plattenpfeiler der 7. SL
 Die letzte Steilstufe wird durch einen Kamin rechts der Kante erstiegen.


Blick in den Kamin

Im Kamin

Oberhalb des Kamin

Blick vom Stand nach der 8. SL 
Nach der 8. SL geht es in leichtem Gelände ...


... über Schrofen ...


... zum GK des Seehorn.


Rot- und Mitterhorn

Geislhörner und Leoganger Steinberge

Hohe Tauern

Koasa und Voralpen
 Nach einer Pause geht es auf dem markierten Nuaracher Höhenweg südlich zum ...




Rückblick zum GK Seehorn



 ... Ulrichshörndl ...


Rechter NW-Grat Seehorn 

... und weiter runter zum Hubschrauberlandeplatz.


 Ab hier ist der Abstieg auf dem bekannten Aufstiegsweg Formsache.


Wohltat für geschundene Füße
Der Astenriedlgrat besticht durch größtenteils festen Fels in alpinem Ambiente mit hervorragenden Aus- und Tiefblicken. Auf 9 SL bekommt man Platten, Verschneidungen, einen kleinen Überhang und einen interessanten Kamin - allerdings zum Preis eines recht mühsamen Zustiegs. Die Route ist vorbildlich alpin gesichert (kein Plaisir) und insgesamt eine sehr empfehlenswerte Unternehmung.

Strecke: 10 km mit 1.320 hm
Gehzeit: 6,5 h (ohne Pausen)








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