17.07.17

Herzogstand NO-Wand "Zum Herzog"


Nach unserer Tour durch die Nordostwand des Herzogstand und meiner Begehung des Nordgrats im letzten Jahr stand fest, dass ich in dieses schöne Gelände eher früher als später wieder zurückkehren würde - auch weil wir damals nicht den von Helmut Zebhauser im Kletterführer "Bayerische Voralpen" (1980) beschriebenen Anstieg durch die Nordostwand genommen hatten und dieser mich weiterhin sehr interessiert. So kehrte ich heuer in Begleitung von Andrea ein gutes Jahr später zurück an die wild-romantische und vor allem einsame Nordseite des Herzogstand. Allerdings muss der klassische Anstieg weiterhin noch etwas warten, da ich erstmal zu sehr gespannt auf die erst wenige Tage alte Mehrseillängentour "Zum Herzog" (eingerichtet und erstbegangen von Daniel Hirsch und Ralf Böhme im Juli 2017) war. 

06.07.17

Scheffauer "Has-Hofer-Trail"


Noch ist es gefühlt nicht allzu lange her, dass die Tourenauswahl durch Schnee eingeschränkt war. Jetzt strahlt die Sonne teils so kräftig, dass die Zeit der nordseitigen Touren schnell gekommen ist. Hier bietet der Scheffauer eine schöne Auswahl: durch die Nordwand gibt es einige traditionsreiche Führen, wie auch schöne neue Routen. Zu Letzteren gehört der "Has-Hofer-Trail" (nach den Erstbegehern Herbert Haselsberger und Mario Hofer), der erst im August 2016 eingerichtet wurde. Der "Trail" führt in 17 Seillängen in meist tollem Fels variationsreich bei guter, aber nicht übertriebener Absicherung in moderater Schwierigkeit auf den westlichen Vorgipfel des Scheffauer.

26.06.17

Kleine Halt "Klettergeheimnis"


Um einen Geheimtip handelt es sich bei der beliebten Route Klettergeheimnis mit Sicherheit nicht. Zu ansprechend und vielseitig ist die Kletterei über 19 Seillängen mit guter Absicherung durch die Nordwestwand der Kleinen Halt. Mit dem Anton-Karg- und Hans-Berger-Haus bieten sich gleich zwei idyllisch gelegene Stützpunkte an, von denen der Einstieg im unteren Scharlinger Boden in einer guten Stunde erreicht ist. Daher war der Plan, den Ansturm am Wochenende zu vermeiden und unser Glück unter der Woche zu probieren. Der Plan ging auf - an einem stabilen Tag fanden wir so nahezu perfekte Verhältnisse, die uns diese tolle Kletterei adäquat genießen ließen. 

18.06.17

Hoher Straußberg Westgrat


Über den Westgrat des Hohen Straußberg steht im Panico Kletterführer Ammergauer Alpen und Allgäu “[d]er landschaftliche Eindruck ist für sich genommen bereits einen Besuch wert, bedingt durch die frei stehende Lage des Hohen Straußbergs mit einer weit reichenden Sicht.” So viel zur Theorie. Gesehen habe ich am Grat leider nicht viel, da sich die für den Morgen angekündigte Auflockerung erst als ich bereits mit der Tour fertig war gegen die letzten Quellwolken durchsetzen konnte. Damit einhergehend war es von der Nacht entsprechend feucht und die leichten Zustiegschuhe schnell durchnässt. Spaß gemacht hat mir die Tour trotzdem - nächstes Mal würde ich aber erst ab dem späteren Vormittag einsteigen.

15.06.17

Rotpalfen "Eisbärtour"



In der Arena rund um die wunderschön gelegene Blaueishütte gibt es eine weite Bandbreite an Kettermöglichkeiten, die von leichter Anfängerkletterei bis zu ernsthaften alpinen Unternehmungen reicht. Auch wir wollten an einem herrlichen Tag den tollen Fels dort oben genießen und entschieden uns für eine Route der unteren Schwierigkeit, die 2007 eingerichtete “Eisbärtour”. Die Route ist im unteren Teil plaisirmäßig abgesichert, nach oben raus in den leichteren Seillängen gibt es wenige oder auch mal keine Zwischensicherungen. Wir hängten außerdem noch einige seilfreie “Seillängen” im direkten Aufstieg zum Gipfel des Rotpalfen dran, anstelle den planmäßigen Ausstieg auf die Schulter zum Hochkalter Normalweg zu nehmen.

11.06.17

Versuch der Überschreitung von Roßlochspitze und Hochkanzel


Seit meiner Wanderung auf die Roßlochspitze im letzten Jahr, wollte ich mir den Übergang von dieser zur Hochkanzel über den Nordgrat gerne anschauen. Von dort könnte es dann weiter über Brantlspitze, Gamskarspitze und Sunntiger zum Hallerangerhaus gehen. Mit Joseph konnte der richtige Mann für die zu erwartend rustikale Tour gewonnen werden. Leider ließ sich der Plan für mich nicht in die Tat umsetzen, obwohl die Verhältnisse heute eigentlich perfekt waren.

28.05.17

Seehorn Astenriedlgrat


Die felsigen Gipfelaufbauten von Ulrichshörndl und Seehorn sind - wie die Loferer und Leoganger Steinberge im Allgemeinen - durch ihre markanten Terrassen geprägt. Auf der Nordseite dieser zwei Gipfel gibt es mit der Route Zeitgeist (3+) auf das Ulrichshörndl und den beiden Nordwestgraten auf das Seehorn sehr schöne Kletterrouten, die mit überragenden Aus- und Tiefblicken zu überzeugen wissen. Allerdings muss man sich den Kletterspaß mit einem Zustieg über 1.000 hm auf einem zwar schön angelegten, aber auch recht steilen Pfad erst einmal verdienen. 

21.05.17

Überschreitung von Dürr- und Hochmiesing

Dürrmiesing Ostgrat (links)
Der Miesingstock entsendet nach Osten einen recht anschaulichen, langen Kamm. Der Verlauf ist geprägt vom schroffen, felsigen Aufschwung der Miesingmauer in der Scharte zwischen Steilenberg und Dürrmiesing, über die der Ostgrat des Letzteren zunächst gewonnen werden muß, und dichtem Latschenbewuchs oberhalb der Mauer. Vor drei Wochen fiel mir dieser markante Kamm beim Schneewühlen am Hochmiesing auf. Der üppige Neuschnee und fehlende Infos brachten mich allerdings schnell davon ab eine Begehung zu versuchen. Der Plan für die Erkundung des Dürrmiesing Ostgrat stand aber somit und konnte heute in die Tat umgesetzt werden. Zusätzlich drehte ich dann noch eine kleine Schleife am Hochmiesing, die mich von der Südseite über die Kletterroute “Schmankerlweiße” zum Abstieg durch die Nordrinne führte.

18.05.17

Breitenstein Ostgrat und Fensterl

Breitenstein Ostgrat

"Der Breitenstein bei Fischbachau ist der nordwestlichste Gipfel der Wendelsteingruppe und zugleich Hausberg der Münchner. Der Berg lässt sich auf markierten Steigen unschwierig erreichen und erhält daher nicht nur an schönen Wochenenden häufig Besuch. Neben den bekannten Normalwegen über Kessel- und Bucher Alm, existiert mit dem Ostgrat ein weiterer, eher selten begangener Anstieg, der neben völliger Einsamkeit vor allem wunderschöne Ausblicke bietet. An der Westseite des Berges existiert mit dem sogenannten Breitensteiner Fensterl eine geologische Besonderheit. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Felsentor, das sich durch ausgesetzte Kletterei ersteigen und ideal in eine Rundtour einbauen lässt."

- Tourenspezl Nico

30.04.17

Schneewühlen am Hochmiesing


Eigentlich sollte es heute zum Klettern an die Ruchenköpfe gehen, leider sagte mein Seilpartner allerdings kurzfristig ab. Also fuhr ich etwas unschlüssig ob der Verhältnisse nach Geitau um vielleicht wenigstens in der "Schmankerlweißen" auf der Südseite des Hochmiesing etwas Fels in die Hände zu bekommen. Aufgrund der Schneelage wurde daraus nichts, stattdessen gab es Schneewühlen deluxe, das ich mal unter "Konditionsaufbau" verbuche.

01.04.17

Leonhardstein "Flora Bohra"


Am nur 1452 m hohen Leonhardstein über Kreuth gibt es in der sonnenverwöhnten Südwand einige der schönsten und längsten Mehrseillängentouren der Bayerischen Voralpen, die man an solch einem Gupf auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Unser heutiges Ziel ist die 2012 eingerichtete Route "Flora Bohra", die sich zu Recht großer Beliebheit erfreut und sich in der kurzen Zeit ihrer Existenz bereits zu einem Klassiker der Voralpen entwickelt hat. Auf den 9 bzw. 10 Seillängen findet man neben tollen Platten auch steile Riss- und Verschneidungskletterei bis zum oberen 6. Schwierigkeitsgrad (UIAA). Die Route bekommt ganztägig viel Sonne ab, so dass eine Begehung so ziemlich ganzjährig möglich sein sollte. Der Vorteil eher früh im Jahr vorbei zu schauen, ist, dass die namensgebende Flora noch nicht so weit gediehen ist, dass der Kletterspass dadurch beeinträchtigt würde.

25.03.17

Plattenkrxln am Unteren Spitzhüttenkopf


Die südseitige Plattenflucht "Im Verbrennten" am Fuß des Unteren Spitzhüttenkopfs im Hinterautal ist von der Sonne verwöhnt und bietet sich somit schon sehr früh (oder auch spät) im Jahr zum Platten schleichen bei sommerlichen Temperaturen an. Man findet hier keine Risse, Verschneidungen oder Kamine, sondern "nur" Platten und zwar im 6. und 7. Grad UIAA (laut Topo). An vielen Stellen klettert man grifflos auf glatt geschliffenen Platten, ab und an finden sich Erosions- oder Wasserrillen oder etwas rauhere Struktur/Riffel. Die Absicherung ist gut, allerdings schon mit weiteren Hakenabständen und "Potential zur Eigeninitiative" (laut Erstbesteigern). Hat man und die Wadln sich erstmal an die Gegebenheiten gewöhnt, steht dem Kletterspaß über dem einmalig schönen Hinterautal mit der jungen Isar nichts mehr im Weg. 

03.03.17

KG Tieftal in Nasserreith, die Zweite


Dank Föhnlage ging es heute mit Patrick wieder nach Nassereith, um die verbliebenen Routen im Sektor Tieftal unter die Sohlen zu nehmen. Wir kletterten Herbstsonne (5-), Südost Wandl (5+) und Leben im Sonnenschein (5+/6-). Die Routen sind vorbildlich abgesichert, allerdings kam auch heute wieder einiges Gestein die Wand herunter - Helm ist hier definitiv Pflicht!

23.02.17

Sonniges Klettern am Gamspfeiler in Nassereith

Blick aus den sonnigen Platten über Nassereith
Nachdem die frühlingshaften Temperaturen einen Tausch von Hallenplastik gegen Naturfels nahelegten, nutzen wir das traumhafte Wetter zu einem Ausflug zum Gamspfeiler in Nassereith in den dort gelegenen Klettergarten. Der Sektor Tieftal, den wir heute ganz für uns alleine genoßen, bietet plaisir-mäßig eingebohrte Mehrseillängen zwischen UIAA 3 - 7 mit klarem Schwerpunkt im 4. und 5. Grad. Es handelt sich hauptsächlich um Plattenkletterei in nicht immer festen Fels, der häufiger auch mal von Schrofen unterbrochen ist. 

03.01.17

Hochfelln Ostkamm


Der Hochfelln entsendet nach Osten einen beinahe 7 km langen Kamm, der sanft Richtung Ruhpolding hinabstreicht. Der Kamm bietet in seiner Länge wohl eine der längsten Kammwanderungen in den bayerischen Alpen und außerdem dank der im Kamm befindlichen kleineren felsigen Gipfelchen - Haßlberg und Poschinger Wand - einige kurze Krxlmöglichkeiten. Diese ließ ich heute aufgrund der Verhältnisse - Neuschnee und Eis - aus und genoß stattdessen die winterliche Kammwanderung, die bei derzeitigen Verhältnissen problemlos möglich ist.