23.08.16

Watzmann Mittelspitze über Wiederband


Die Ostwand der Watzmann Mittelspitze weist eine Höhe von ca. 700 m, und somit ca. 1100 m weniger als die berühmte Ostwand der Südspitze, auf, was ihr die Bezeichnung der kleinen Ostwand einbrachte. Durch diese Wand zieht ein schon beim ersten Anblick während des Zustiegs zum Watzmannkar deutlich erkennbares Band, welches den Aufstiegsweg durch die Wand vorgibt. Die Dimensionen des von Wasserrillen zerfurchten Wiederbands werden erst bei dessen Begehung deutlich und unterstreichen dessen einzigartigen Charakter und vor allem die Ausmaße der ostseitigen Wände des Watzmann.

Los geht es zu Sonnenaufgang am Parkplatz Wimbachbrücke in flottem Tempo zur Stubenalm hinauf. 



Von dort weiter Richtung Mitterkaseralm und noch vor dieser auf einem Pfad links von der Forststraße weg zunächst leicht absteigend in den Wald hinab. Der Steig leitete durch schöne Landschaft schnell zum Beginn des Watzmankars hinauf. 




Watzmannfrau NW-Seite
Die Landschaft wechselt im Zustieg zum Kar von lebhaftem Grün zu kargem Grau. Über gerölliges Gelände erreicht man an riesigen Felsbrocken vorbei ... 


Blick nach Berchtesgaden

Watzmann Mittelspitze links, das Wiederband in halber Höhe der Wand ist bereits deutlich zu erkennen
 ... bald das hintere Kar mit dem kümmerlichen Rest des Watzmanngletschers. 




Den Zustieg zur Aufstiegsrinne erreicht man an der Stelle, an der der Schutt am weitesten nach oben an die kleine Ostwand heran reicht. Man kann entweder über schönen, plattigen Fels in einem Bogen südlich der Rinne aufsteigen oder den schnelleren direkten Weg durch den Schutt nach oben wählen. 


Nach der Rinne quert man leicht absteigend zum Beginn des Wiederbands. 



Über dieses geht es ... 





... bis zum Bandgendarm in meist knackiger Steigung, die aufrechten Gang aber noch zulässt, nach oben. Hinter dem Gendarm steigt man nach wenigen Metern grade nach oben und quert in der Folge wieder ein Stück karauswärts ... 




... bis das nächste Band erreicht wird. 



Dieses schuttigere Band verfolgt man bis es sich hinter einer Kante verengt, ... 



... von wo aus man auch einen ersten atemberaubenden Blick in die Ostwand der Südspitze werfen kann. 


An dieser Stelle geht es wieder grade nach oben ... 



... bis zum nächsten Band, auf dem man bis zur Gipfelschlucht quert. 




Da die Gipfelschlucht sehr brüchig aussieht, bietet es sich an, schon vor deren Erreichen etwas schwieriger in schönem, plattigen Fels rechts von ihr nach oben zu steigen. 

Gipfelschlucht

Watzmann Südspitze
 Der Gipfel der Mittelspitze ist so schnell erreicht, auf dem man den Ausblick zu Hochkalter, ...



Hocheisgruppe, ...



 und zum Hohen Göll genießen kann.


Über den Klettersteig geht es dann gegen den Verkehr zum Hocheck ...


Blick runter ins Watzmannkar, wo der Einstieg in die kleine Ostwand ist.

Kleine Ostwand.
 ... und runter zum Watzmannhaus.


Hocheck

Watzmannfrau
 Hier bin ich froh die Massen mit dem Abstieg durch die Watzmanngrube ...
Watzmanngrube

Rückblick zum Watzmannhaus aus der Grube


... über die Gugl ...



... durch tolle Landschaft ...



... zur Schüttalm hinter mir lassen zu können.



Watzmann Westflanke mit Schüttalplschneid

Hochkalter
 Mit einem kleinen Ausflug zum Skideibl, ...


... der sich wegen des majestätischen Blicks über Wimbachgrieß, ...



... runter zum Wimbachschloß ...


 ... und zur Schüttalplschneid lohnt, ...


... geht es von der Schüttalm auf schönem Steig ...


... runter zum Wimbach, wo sich die Runde schließt.

Eine sehr schöne Runde, die ganz klar mit dem Schmankerl des einzigartigen Wiederbands besticht. Die Wegfindung in der Wand war für mich völlig unproblematisch, da sehr viele Steinmänner und teils auch Markierungen den Weg anzeigen. Das Gelände ist an sehr vielen Stellen recht gutmütig und gibt den Aufstieg doch grob vor, so dass ein gewisser Spielraum bei der eigenen Wegwahl bleibt. Man bewegt sich in der Wand viel in Geh-, sowie in leichterem Kraxelgelände (bis II). An ein, zwei Stellen wird der untere III. Grad fällig. Der Fels ist stets fest und sehr schön zu klettern. Ab der Mittelspitze herrscht dann viel Betrieb, den man mit der Abstiegsmöglichkeit über die Schüttalm ab dem Watzmannhaus hinter sich lassen kann.

Gehzeit (ohne Pausen): 8,5 h
Strecke: 21 km mit 2.100 hm

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